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Eine kleine Zeitreise

Verfasst: 2. Nov 2014, 14:56
von Otto K.
Hallo,

die angefügten Bilder zeigen eine kleine Zeitreise, von ca. vor 20 -25 Mio. Jahre bis heute. Wenn man am Rand des Tagebaus steht wird man zuerst einmal von den gigantischen Abmessungen der Grube die sich da vor einem auftut erschlagen, zumindest erging es mir so. Bei meinen Recherchen habe ich dann erfahren "... das ist die Kleinste ...".
Dieser "kleine" Tagebau den man tatsächlich als solches auch erkennt ist ein paar Kilometer lang und ein paar hundert Meter breit und an den tiefsten Stellen bis zu ca. 200 Meter tief. Die wahren Abmessungen kann man aber nur erahnen, denn mit dem gesamten nicht nutzbaren Abraum wird sofort wieder in dem Tagebau aufgefüllt, d. h. man sieht zu jeder Zeit eigentlich einen immer in etwa gleich großen offenen Tagebau.

Wendet man den Blick nach links sieht man zum greifen nah einen der gigantischen Schaufelradbagger bei der Arbeit. Große Planierraupen, LKW's, etc. wirken da wie Matchbox-Spielzeuge.
Über endlos lang erscheinende Transportbänder wird der Abraum direkt dem Kraftwerk als Brennstoff zugeführt oder über die Verteilanlage zu den sogenannten Absetzern weiter befördert.
Senkt man den Blick leicht nach unten schaut man ebenfalls direkt auf einen der riesigen Schaufelradbagger. Dieser baut das Objekt der Begierde ab, die wertvolle Braunkohle, in diesem Tagebau zwischen ca. 2 - 25 Mio. Jahre alt.
Beim Blick nach rechts sieht man dann die sogenannten Absetzer bei der Arbeit. Der unnütze Abraum wird ihnen direkt über die Transportbänder zugeführt und der Tagebau wird wieder aufgefüllt.

Wenn der Abbau beendet ist entsteht hier ein Naherholungsgebiet. Schon seit Jahren wird der ehemalige Tagebau renaturisiert. Für Kinder von heute oder kommende Generationen sind die großen Narben in der Natur dann nicht mehr erkennbar. Das dieses Konzept prinzipiell funktioniert sieht man heute an den früheren Tagebaustätten auf dem Gebiet der früheren DDR. Sie wurden vom Betreiber nicht renaturisiert und sind heute mit die wertvollsten Naturschutzgebiete die wir haben.

Schaut man sich einmal an wie in Kanada Ölsand abgebaut wird zeigen die hier angefügten Bilder nur noch einen Sandkasten.


Zu den Bildern (ich denke mit diesen Angaben kann man sich das Ganze dann etwas besser vorstellen):
Die Absetzer die auf den Bildern zu sehen sind haben eine Höhe von ca. 80 Metern und je nach Arbeitsposition eine Länge von 150 bis ca. 200 Metern.

Die Schaufelradbagger haben eine Höhe von bis zu 90 Metern und ebenfalls eine Länge von bis zu 200 Metern. Das Schaufelrad hat einen Durchmesser von mehr als 20 Metern.


Alle Bilder zeigen den Tagebau Inden.

Verfasst: 2. Nov 2014, 15:11
von ji-em
Hoi Otto,

Umwerfend, beeindruckend ... beängstigend sogar.
Welch eine gute Bilderserie !
Ist zwar nicht direkt Makro ... Aber das wird schon,
daran zweifle ich gar nicht. Die Natur weiss den Weg
schon.

Danke für Bild und Wort. Ich habe mich mit dem Thema
nie befasst ... weiss jetzt bereits ein bisschen mehr.
Deine Bilder sind gut komponiert. Immer hat's das eine
oder andere Objekt, das hilft, sich ein Bild der Grösse zu
machen. Farblich toll ... auch wenn dort eine ziemlich
traurige Stimmung herrscht ... trotz Sonne.

Lieber Gruss
Jean

Verfasst: 2. Nov 2014, 15:59
von effi76
Hallo Otto,

das ist eine schöne Bildserie zu diesem Raubbau.
Aber wenn es renaturiert wird sieht es wieder ein wenig besser aus(siehe Lausitzer Tagebau).
Dies wird aber wohl noch etwas dauern.

Verfasst: 2. Nov 2014, 16:49
von Manni
Hallo Otto

Beeindruckende Bilder,so etwas muß man einfach
mal Life gesehen haben...ich war heute Mittag hier...einem Bagger konnte ich sehr
nah auf die Pelle rücken.. :wink:

Verfasst: 2. Nov 2014, 16:59
von segeiko
Hallo Otto,

das ist ja gigantisch! Danke für die Bilder und die Information dazu.

Diese Farbabstufungen finde ich genial und sind für mich das Highlight
an diesen Bildern. Das Gefühl von "Verletzung" welche der Erde zugefügt wird, stimmt
mich eher traurig. Entschädigt werde ich von der Prognose, das dereinst eine
herrliche Natur diese Narben wieder kaschieren wird!

Viele Grüsse
Beatrice

Verfasst: 2. Nov 2014, 22:59
von Werner Buschmann
Hallo Otto,

was für eine Bilderserie.
Einfach monumental.
Ausgezeichnet komponierte Bilder.

Du berichtest in einem versöhnlichen Tonfall.
Habe dazu noch keinen dezidierten Standpunkt.

Raubbau kann sicherlich im Einzelfall auch mal
zu Naturschutzgebieten führen.

Im Fall der abgeholzten Regelnwälder aber sicherlich
nicht.

Verfasst: 2. Nov 2014, 23:08
von Harald Esberger
Hi Otto

Beeindruckend, so was hab ich noch nie live gesehen.







VG Harald

Verfasst: 2. Nov 2014, 23:54
von StephanFingerknoten
Hallo Otto,

erstens: von den Bildern bin ich schwer beeindruckt. Schön, das fast immer Objekte erkennbar sind, die einem die Größe der Schaufelbagger und Absetzer bewußt machen. Gefällt mir aus dieser Sichtweise sehr.

Zweitens: ich mache mir auch keine Sorgen darüber, dass diese Flächen wieder renaturierbar sind und auch wieder renaturiert werden. Entweder von Menschenhand oder eben "natürlich".

Drittens und aber: der falsche Energieträger ist das trotzdem ;-).

Das hat aber nichts mit den Bildern zu tun ;-).

LG
Stephan

Verfasst: 3. Nov 2014, 07:45
von Harmonie
Hallo Otto,

das sind gewaltige Eingriffe in die Natur.
Es ergeben sich schöne farbliche Schichten.
Die Bagger sehen hier recht "klein" aus. Ich habe mal einen Transport dieser Bagger im TV als
Reportage gesehen. Größer als Goliath.
Irgendwann holt sich die Natur diese Bereiche zurück und dann können es sogar, wenn man es zuläßt,
tolle Kleinode entstehen.
Danke für diese Serie.

LG
Christine

Verfasst: 3. Nov 2014, 17:42
von Sven A.
Moin Otto,
beeindruckende Bilderserie :-)
Erstaunlich sind auch die vielfältigen Erdfarben.
Schlimm ist, dass man erst alles kaputt machen muss, um dann ein Naturschutzgebiet zu erhalten.
Das ist beim Torfabbau ähnlich.

Danke für die eindrucksvolle Bilderserie.

Gruß
Sven