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Gehetzt gehofft

Verfasst: 3. Okt 2022, 06:51
von Christian Zieg
Hallo,

beim Fotografieren des Devil's Tower auf Madeira ist mir mal wieder
aufgefallen, in welchem Tunnel ich mich befinde, wenn ich einmal
am Machen bin. Ich schalte wirklich alles ab, was um mich herum
passiert. Der Vorteil ist, dass ich weniger Fehler begehe, wenn ich
mein Ziel gesetzt habe. Der Nachteil: Ich bin nach dem Fotografieren
häufig mental wirklich leer. Wobei das eigentlich gar nicht so verkehrt
ist, ich fühle mich häufig wie nach dem Meditieren.
Ein anderer, tatsächlicher Nachteil ist, dass ich schöne Lichtspiele an
anderen Punkten dann verpasse. So auch (fast) hier.
Ich fotografierte den Fels mit Hingabe, als ich auf einmal sah, was
weiter links in der Ferne passierte. Wolken hatten Lücken, durch die
die Sonne brach. ALs ich den Stand der Sonne fand und die Wolken
ziehen sah, bemerkte ich, dass Potenziel für eine schöne Teilbeleuchtung
der Felsen im Hintergrund vorhanden war. Ich wechselte in eienr riskanten
Situation -die Felsen, auf denen ich stand waren glitschig, die Gischt spritzte
immer wieder in meine Richtung und kam meiner Ausrüstung mehr als
mir lieb war sehr nah- vom Weitwinkel auf das 70-200. Das alles war von
Hektik geprägt mit zeitgleichem Hoffen, auf die Lichtsituation, wie ich sie
mir gewünscht hatte.
Am Ende wurde ich belohnt. So kam es, dass ich, als ich zurück zum Auto
ging, mental leer aber auch gleichzeitig unbeschreiblich froh war, einen so
intensiven Morgen geschenkt bekommen zu haben.

Liebe Grüße

Gehetzt gehofft

Verfasst: 3. Okt 2022, 13:03
von ULiULi
Hallo Christian,

im "Flow" fotografieren ist kaum zu toppen. Ich kenne den Zustand den Du beschreibst auch ganz gut - leider habe ich ihn längere Zeit nicht mehr erreicht.

Im Bild gefällt mir die Lichtstimmung sehr gut, vor allem aber die grafischen Elemente und deren Anordnung im Bild; der Lichtkegel nimmt die Form der Lücke zwischen den Felsen vertikal gespiegelt wieder auf. Der vorgelagerte Felsen steht im Zentrum des Lichts und damit der Aufmerksamkeit. Zugleich bietet er die interessanteste Silhouette, deren Formen augenblicklich die Phantasie anregen und menschengemachte Formen erahnen lassen. Über seine Formen gelingt mir auch optisch der Brückenschlag zum "Festland" links. Dort erkenne ich ein menschliches Gesicht im Profil, ein Blick aus einer anderen Perspektive auf unseren steinernen Hauptdarsteller.

Feines Bild.

LG / ULi

Gehetzt gehofft

Verfasst: 3. Okt 2022, 13:09
von Enrico
Hallo Christian,

ist immer befriedigend, wenn man mit einem zufriedenen Grinsen nach Hause kommt, weil's geklappt hat !

Kann mir gut vorstellen, das da ein zufriedenes Grinsen da war :)

Der Aufwand hat sich auch gelohnt.

Das ist mal wieder eine superschöne Arbeit !

Dieser Schein von oben, der dadurch entstandene Spot auf dem Wasser , die Bildgestaltung und deine gekonnte Schwarz/Weiss- Ausarbeitung

mit den für mein Befinden, optimal dosierten Kontrasten, das begeistert einfach.

Cool !

:good:

Gehetzt gehofft

Verfasst: 3. Okt 2022, 13:59
von klaus57
Hi Christian,
ja das ist genau der Punkt...sich auf irgendwas konzentrieren und nebenbei
läuft das Leben vorbei...darum bin ich eher der Knipser und habe die Augen
überall...fast halt...wie oft ist es mir schon so ergangen bei den Spinnen...das
muß ich auch noch draufhaben und diese Einstellung...ach da komme ich nicht
hin...usw...und keinen Meter davon entfernt die Topchancen übersehen...aber
ich bewundere Menschen wie dich die das beim Fotografieren beherrschen...einfach
alles rundherum vergessen...nur auf die Situation konzentrieren...das sieht man
einfach an deinen Werken...ganz tolle Arbeit!
L.g.Klaus

Gehetzt gehofft

Verfasst: 3. Okt 2022, 14:19
von Harmonie
Hallo Christian,

was gibt es entspannenderes als draußen mit der Kamera den Kopf total nur für das Motiv bereit zu haben.
Da braucht es dann kein Mulititasking..... :lol:
Die Felsen shen spannend aus, wiel nicht einfach nur glatt.
Zumindest was den rechten Bereich betrifft.
In der Felsöffnung schauen sich zwei Köpfe an. Der eine redet und der andere hört schweigend zu.
Und ganz rechts fährt gerade ein LKW den Felshang runter.
Witzig gell?? Ich sehe das Bild mit anderen Augen als du......
Ansonsten hat dein Bild eine sehr ruhige Ausstrahlung.

LG
Christine

Gehetzt gehofft

Verfasst: 7. Okt 2022, 20:14
von Adalbert
Hallo Christian,
wir waren wahrscheinlich zur gleichen Zeit auf Madeira.
Meine Fotos sind bunt und von der Sonne verbrannt :-)
Deine Fotos zeigen mir die Welt, die ich nicht wahrgenommen habe.
Aber ich habe tolle Videos von der Fahrt mit dem mit Korb in Funchal :-)
LG, ADi

Gehetzt gehofft

Verfasst: 7. Okt 2022, 21:55
von nob300
Hallo Christian,

dieses ausgezeichnete Bild hat eine sehr ruhige Ausstrahlung auf mich. Vom Bildaufbau sehe ich ein Drittel Wasser, zwei Drittel Himmel und dazwischen Felsen gefangen oder integriert, Schattenrissen gleich. Hier gibt es Wellen und Sonnenschein, das sind Elemente, mit denen sich die meisten identifizieren können, so auch ich.

Deine Intuition und die Anwendung hast Du sehr plastisch geschildert und dies ist der Punkt, warum Bilder so exzellent werden wie Deine. Es gibt ein Resultat. Der Gedanke daran macht zufrieden. Es ist so etwas wie Glück in dem Zusammenspiel mit der Natur und dem Unverhofften meist für kurze Zeit, eine Eigenschaft vom äußeren Glück, diese Flüchtigkeit.

Gehetzt gehofft

Verfasst: 9. Okt 2022, 14:19
von wwjdo?
Hallo, Christian,

Eine atmosphärisch sehr starkes Bild. :DH:

Deine Beschreibung kenne ich nur zu gut.
Zwischen Tunnel und Ekstase kann man alles erleben... :lol: :wink:

Gehetzt gehofft

Verfasst: 12. Nov 2022, 13:07
von piper
Hallo Christian,

dass ich ein Fan dieser Bild bin, hatte ich Dir wohl schon einmal
geschrieben. Auch hier ist es das Spiel mit Licht und Schatten und mit
hell und dunkel, das mich begeistert.