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.. und dann kam der Nebel

Verfasst: 29. Dez 2015, 12:12
von Ajott
Hallo zusammen,

der Morgen danach.
Mein erster Morgen in der Wüste und die Erkenntnis, dass meine Geografielehrer in der Schule mich
nicht angelogen haben, als sie von der Nebelwüste Namib sprachen. An etwa 250 Tagen im Jahr bilden
sich in den Morgenstunden dichte Nebelfelder in der Namib aus, die bis zu 50 Kilometer weit ins
Innland ziehen können. Der Weg nach oben wo die feuchte Luft Regen bringende Wolken ausbilden könnte
ist in der Regel durch einen warmen Luftstrom aus der Wüste versperrt. Und so bleiben die dichten
Morgennebel oft jahrelang die einzige Wasserquelle, von der die Wüstenorganismen zehren können.
Sie ist aber erstaunlich effektiv. Als wenig später die ersten Sonnenstrahlen die Nebelwand
durchbrachen glitzerten überall Wassertröpfchen in den Büschen. Gut vorstellbar, dass viele v.a.
kleine Tiere mit diesen ihren Wasserbedarf problemlos decken können.
Diese Palmtaube wird aber sicherlich von den angelegten Teichen und Wasserstellen in und um
Swakopmund profitieren, denn sie ist stark von Wasser abhängig. Mindestens zweimal am Tag muss sie
trinken, um ihre aus Körnern und Sämereien bestehende Nahrung aufschließen zu können. Dafür fliegen
sie bis zu 70 Kilometer weit. Südlich der Sahara kann man die Art überall in Afrika antreffen, als
typischen Kulturfolger auch in Dörfern und Städten. Sie gehört zu den Arten, die ihr
Verbreitungsgebiet immer weiter ausdehnen. Bis nach Indien und Westaustralien haben sie es
geschafft, gelegentlich sieht man sie auch in Deutschland. Hier sind sie aber in der Regel
Gefangenschaftsflüchtlinge, die spätestens dem nächsten strengen Winter nicht trotzen können...
falls er denn kommt :-)

liebe Grüße
Aj




Die Ganze Reihe:
Teil I,
Teil II
Intermezzo I
Teil III
Teil IV
Teil V,
Teil VI

Verfasst: 29. Dez 2015, 13:45
von rincewind
Hallo Anja,

vielen Dank für Deine Serie.
Namibia ist schon ein Erlebnis.
Am eindrücklichsten war für mich die Stille an manchen Stellen der Namib.
Kein Geräusch, nicht mal das Summen einer Fliege, so still das ich das Gefühl
hatte es drückt etwas auf die Ohren.
Tags zuvor hatte ich erfahren das einer meiner ältesten Freude gestorben ist.
Diese Erinnerung hast Du mit Deinen Bildern wieder geweckt. Wie ich in der
absoluten Stille saß und in Gedanken
Abschied von ihm nahm. Ich hab dann von dort einen Stein mitgenommen und seiner
Frau geschenkt und ihr von der Stille erzählt.
Danke fürs Erinnern.

LG Silvio

Verfasst: 29. Dez 2015, 18:27
von Gabi Buschmann
Hallo, Anja,

dass diese Tauben 70 km am Tag fliegen können, hätte ich nicht
gedacht.
Ein sehr stimmungsvolles Bild, das ganz viel Ruhe ausstrahlt. Eben
habe ich den Kommentar von Silvio gelesen, der mich sehr berührt hat.

Verfasst: 29. Dez 2015, 20:54
von wwjdo?
Hallo, Anja,

die meditative Bildwirkung wurde ja bereits gebührend gewürdigt.

Sehr lehrreich und informativ finde ich auch deine Ausführungen
Zu den Lebensbedingungen vor Ort. :DH:

Verfasst: 29. Dez 2015, 21:24
von Harald Esberger
Hi Anja

Erstaunlich wie weit dieser kleine Vogel fliegen kann, wenn

er da so regungslose sitzt. Das Wetter dort würde man eher

in England vermuten. :wink:

Eine schöne und interessante Serie die du da zeigst, bin schon

auf die nächsten Bilder gespannt.





VG Harald

Verfasst: 30. Dez 2015, 12:45
von dirk
Hallo Anja,

das ist ja interessant.

Ein tolles Foto mit den passenden und für mich neuen Info`s - sehr schön.

LG Dirk

Verfasst: 31. Dez 2015, 00:29
von zakkroger
Hallo Anja,

ein aussergewöhnliches Erlebnis dieses Namibia.
Mein Nachbar hat mir schon vieles über dieses eindrucksvolles Land
mitgeteilt, hat dort einige Jahre beruflich verbracht u. drückt noch
immer seine Begeisterung darüber aus.
Eine sehr schöne Aufnahme, wo die Taube mit dem gewählten Format
ausgezeichnet zur Geltung gelangt. Das Bild strahlt sehr viel Ruhe,
Gelassenheit und Weite aus!
Gefällt mir in allen Belangen ganz ausgezeichnet!

Verfasst: 31. Dez 2015, 00:45
von Otto G.
Hallo Anja

danke für das Näherbringen dieses Vogels,es ist schon erstaunlich,was die Natur für Überraschungen bereit hat.
Das Bild hast du hervorragend gestaltet mit der Position des Vogels und dem Panoformat.
Auch im Hintergrund lenkt nichts ab,der Blick wird unweigerlich auf die Taube gelenkt.

Gruss
Otto

Verfasst: 31. Dez 2015, 10:39
von Hans.h
Hallo Anja,

Vor allem Dein Eingangstext gibt dem Bild das gewisse Extra.
Nebel in der Wüste....Sachen gibt´s.Mit dieser Naturerscheinung hätte ich da nicht gerechnet.
Die BG.finde ich sehr gelungen! Die Taube scheint sich auch zu wundern über die dicke
Mattscheibe vor ihren Augen. :roll:

Gruß Hans. :)

Verfasst: 1. Jan 2016, 10:18
von piper
Hallo Anja,

minimalistisch und schön! Der Panoschnitt passt für
mich hier sehr gut. Er reduziert das Bild auf das Wesentliche.
Gefällt mir unheimlich gut!
Vielen Dank auch für den, wieder sehr lesenswerten, Text.