Augenmitte große Facetten,kleinere peripher

Mikrofotografie: * ABM >1:2 bis 80:1 * in der Regel Indoorfotografie. Zusätzl. Lichtschrankenfotografie
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Beitragvon Henk » 27. Nov 2017, 11:20

Hallo,

nun stelle ich Ausschußware ein,enthält aber noch eben Informationen.
Gehört ins Demo-Portal - doch in diesem Unterforum hier sind diejenigen,
die zB. bei der Retusche Facettenaugen genau im Blick haben.

Im Netz werden auf PDFs Augenfliegen/Chalarus sp. mit gleichgroßen
Facetten bei den Männchen aber größern in der Augenmitte bei den
Weibchen gezeigt.Diese Weichen legen parasitisch ihre Eier auf Zikaden ab.

Kann mich selbst nicht erinnern , je einen Unterschied hinsichtlich
unterschiedlicher Facetten in einem Auge bei irgendwelchen Insekten
gesehen zu haben.Wie seht ihr das ?

Bildbreiten 1,7mm / 4mm / 6,5mm .

(ps.: Tippfehler korrigierend)

mvG Ric .
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Beitragvon Gabi Buschmann » 27. Nov 2017, 12:33

Hallo, Ric,

das finde ich richtig spannend. Deine Bilder zeigen nochmal eine
tolle Sicht auf die interessanten Augen der Augenfliege. Dass
da sogar ein Unterschied in der Facettengröße besteht, finde ich
sehr erstaunlich, habe ich bisher noch nie gesehen. Auch interessant,
dass das nur bei den Weibchen so ist. Danke für den interessanten
Beitrag!
Liebe Grüße Gabi
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Beitragvon Adalbert » 27. Nov 2017, 12:44

Hallo Ric,

bei allen Insekten, die ich bis jetzt fotografiert habe, waren die Ommatidien genauso groß (pro Insekt und Auge natürlich :-)
Kann es sein, das es sich bei Deinem Foto um eine optische Täuschung handelt?

Danke und Gruß,
ADi
Zuletzt geändert von Adalbert am 27. Nov 2017, 12:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Henk » 27. Nov 2017, 17:10

Hallo Gabi,hallo ADi.

Dachte auch erst,es könnte ein Wassertropfen oder sonstwas im Spiel sein.
Mark A. Jervis zeigt ua. in den 'Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft 58,435-440. 1985'
Chalarus sp. Augen fem.und masc. in Wort und Bild.
Ob das für andere Pipunculidae auch gilt,weiß ich nicht.Die Männchen sind ja nicht betroffen.

Ich wage nicht zu raten,wie oft ein Stacker (zB bei der Retusche) auf Facettenaugen schaut.
ADi,Deine Frage zeigt mir , daß diese Größendifferenz der Ommatiden nicht nur mich überrascht.

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Beitragvon Guppy » 27. Nov 2017, 17:22

Hallo Ric

Ich habe wohl schon innerhalb des Facettenauges unterschiedliche Anordnungen der Einzelaugen gesehen,
aber noch nie unterschiedliche Grössen der Ommatidien in diesem Ausmass.
Was mir bei dieser Fliegenart fehlt, sind die erhöht lichtempfindlichen Punktaugen.
Es könnte sein, dass dies innerhalb des Facettenauges, mit z.T. grösseren Ommatidien kompensiert wird??

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Beitragvon Henk » 27. Nov 2017, 18:41

Hallo Kurt,

kann ja sein,daß das so ist.

Doch dann gilt ' die Männer gehen leer aus '.

Diskutiert wird,die Weibchen müssen zur Eiablage Zikaden erkennen können.
Manche Augenfliegenart ist dabei auf eine einzige Zikadenart angewiesen.
Habe selbst Zwergzikaden abgebidet,ein paar Bilder sind nun hier im MF in der AG.
War für mich eine Herausforderung , diese winzigen Zikaden zu unterscheiden.
Die Augenfliegen müssen das schneller hinkriegen als ich,die haben
noch nicht einmal die Optik eines Luminars zur Verfügung !

Es ist wie es ist, ' nichts Genaues weiß mam nicht ' .

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Beitragvon Hans.h » 27. Nov 2017, 19:54

Hallo Ric,

Bisher ist mir dieser Effekt nur bei den Weibchen der eigenen Gattung aufgefallen.
Wenn aber jetzt auch schon die Insekten das Schminken beherrschen, wird mir das Ganze unheimlich... :mosking:

Im Ernst: Eine sehr interessante Erkenntnis, die Du hier mit schönen Beispielbildern zeigst. Wieder was gelernt!
Diese Augen sind schon echt der Wahnsinn!

Hans. :)
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Beitragvon Guppy » 27. Nov 2017, 22:49

Hallo Ric
Grössere Ommatidien dienen nicht zum besseren erkenne von Strukturen,
denn das sind grössere Pixel, also weniger Auflösung, aber Lichtempfindlicher.
Erbeuten die Weibchen die Zikaden in der Dämmerung oder in der Nacht?

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Beitragvon Henk » 28. Nov 2017, 17:16

Hallo Kurt,

ja,ich denke ,das spricht für Nachtaktivität.Konkrete Angaben zur Biologie
habe ich nicht gefunden.Mark A.Jervis hat an Belegexemplaren,die aus Burma
sind und im Britischen Museeum liegen,neue Arten beschrieben.

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Beitragvon piper » 16. Jan 2018, 10:51

Hallo Henk,

sehr interessant das zu sehen.
Solche Details legt eben nur die Mikrofotografie offen.
Danke fürs Zeigen.
Liebe Grüße Ute


Die Freude am Kleinen ist die schwierigste Freude, denn es gehört ein großes Herz dazu.
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