Berg-Mähwiese

Einführung - Berg-Mähwiese - Fettwiese - Feuchtwiese - Flachland-Mähwiese

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Berg-Mähwiese

Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Bergmähwiesen sind durch den Menschen extensiv genutzte blumenbunte Bergwiesen in Höhenlagen von etwa 600 bis 1500 m und sind dort innerhalb Deutschlands vor allem im Sauerland, im Siegerland und in der Eiffel ein noch typischer Anblick in der bäuerlichen Kulturlandschaft.
Auf diesen Flächen mit eher moderatem Nährstoffangebot können sich häufig sehr artenreiche Pflanzengemeinschaften herausbilden. Durch die regelmäßige aber höchstens zweimal jährlich stattfindende Störung der Mahd werden dominante Arten (vor allem verschiedene Gräser) dezimiert und konkurrenzschwache krautige Pflanzen erhalten die Gelegenheit, sich zu etablieren. Auf diese Weise bilden sich Wiesen mit einer ausgeprägten Strukturierung in Ober-, Mittel- und Untergräser sowie einer reichen Vielfalt an krautigen Pflanzen heraus.

Im Unterschied zu Flachlandmähwiesen kommen in Bergmähwiesen Arten wie beispielsweise Bärwurz (Meum athamanticum), Weicher Pippau (Crepis mollis) und Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum) vor. Außerdem findet man hier unter anderem den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) oder den Goldhafer (Trisetum flavescens).

Die größten Gefährdungsursachen für Bergmähwiesen sind die vollständige Einstellung der Nutzung dieser Flächen oder aber das komplette Gegenteil, die Intensivierung von Düngung und Mahd. Daher gelten diese Lebensräume heute als stark gefährdet. Über vertragliche Vereinbarungen zur extensiven Nutzung wird versucht, die Restbestände zu erhalten.


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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Userbeitrag von LaLuz:
"In der Eifel gibt es im Jahresverlauf einige "goldene Momente". Neben der Löwenzahnblüte auf gedüngten Mähwiesen und Weiden ist es die Ginsterblüte, die die Landschaft in ein goldgelbes Blütenmeer taucht. Ein besonderes Highlight, das ab Mitte April Tausende von Touristen anlockt, ist die Blüte von Millionen wilder Narzissen (Narcissus pseudonarcissus).
Außer in der Eifel und im Hunsrück ist diese Art in Deutschland nicht vertreten. Sie befindet sich hier an der östlichen Grenze ihres Verbreitungsgebietes. In der Eifel kommt sie an zwei Standorten vor, dem Fuhrts-/Perlenbachtal bei Monschau und im Oleftal, etwas abseits von Hellenthal gelegen, großteils bereits auf belgischem Gebiet. Die Flächen wurden über die letzten ca. 600 Jahre genutzt, um Heu zu machen. Mit dem zunehmendem Einsatz von Kunstdünger wurden sie für diese Art der Nutzung uninteressant. Stattdessen erfolgte die Aufforstung mit Fichten - mit fatalen Folgen durch Lichtentzug nicht nur für die Narzissen, sondern die gesamte Flora und Fauna, die dort über die Jahrhunderte heimisch geworden war.
Im Laufe der 1970er und 1980er Jahre wurden Naturschutzverbände aktiv, übernahmen Flächen und begannen sukzessive mit der Entfichtung. Die Brachflächen wurden wieder landwirtschaftlich genutzt, was eine einmalige Mahd im Spätsommer bedeutete. Verbuschung und Verfilzung konnten eingedämmt werden, so daß sich die ehemalige Artenvielfalt bald wieder einstellte.
Die Liste der hier vorkommenden Arten würde den Rahmen sprengen, deshalb nur exemplarisch einige Beispiele.
Pflanzen:
Beinbrech/Gelbe Moorlilie - Narthecium ossifragum (RL NRW: 3)
Fieberklee - Menyanthes trifoliata (RL NRW: 3)
Rosmarinheide - Andromeda polifolia (RL NRW: 2)
Sumpf-Blutauge - Potentilla palustris (RL NRW: 3)
Sumpf-Läusekraut - Pedicularis palustris (RL NRW: 1)
Schmetterlinge:
Argus-Bläuling - Plebejus argus (RL NRW: 2)
Blauschillernder Feuerfalter - Lycaena helle (RL NRW: 1N)
Braunauge - Lasiommata maera (RL NRW: 2)
Randring-Perlmutterfalter - Boloria eunomia (RL NRW: 2)
Rotklee-Bläuling - Polyommatus semiargus (RL NRW: 2)
Vögel:
Bekassine - Gallinago gallinago (RL NRW: 1N)
Braunkehlchen - Saxicola rubetra (RL NRW: 2N)
Rauhfußkauz - Aegolius funereus (RL NRW: RN)
Schwarzstorch - Ciconia nigra (RL NRW: 2)
Wendehals -Jynx torquilla (RL NRW: 1)"


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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Frühjahrsaspekt einer Bergmähwiese vor der einsetzenden Blüte.

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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Die Wilde Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) kommt - anders als beispielsweise in Belgien - nur an wenigen Stellen in Deutschland vor. Sie steht hier unter strengem Schutz und darf nicht gepflückt werden.

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