Archaeolacerta bedriagae- Tyrrhenische Gebirgseidechse
Verfasst: 8. Jan 2012, 00:15
Die Tyrrhenische Gebirgseidechse (TG) ist mit einer Gesamtlänge von bis zu 30 cm eine der größten und auffälligsten Eidechsen Europas und doch wenig bekannt. Dies dürfte wohl auf ihre auf die Gebirgsregionen Korsikas und Sardiniens beschränkte Verbreitung zurückzuführen sein.
Systematik: Die TG ist nach momentaner Auffassung die einzige Art der monotypischen Gattung Archaeolacerta, die eine sehr ursprüngliche Linie innerhalb der Echten Eidechsen darstellt. Die Nominatform der TG, Archaeolacerta bedriagae bedriagae besiedelt fast flächendeckend die Gebirgsregionen Korsikas. Drei weitere Unterarten besiedeln in jeweils sehr isolierten Vorkommen Sardinien (A. b. pessleri, A. b. ferrerae, A. l. sardoa). Die Unterartengliederung wurde erst in jüngster Zeit durch genetische Untersuchungen bestätigt, wobei sich für die korsische Nominatform kein einheitliches Bild ergibt, da dort einige Populationen näher mit solchen aus Sardinien verwandt zu sein scheinen als untereinander.
Beschreibung: Die Körperform der TG ist stark auf die Lebensweise als behender Kletterer und Felsbewohner abgestimmt. Der Körper ist stark abgeflacht, der Kopf an der Basis ist ebenfals abgeflacht und zur Schnauze hin stark zugespitzt. Der Schwanz ist an der Basis im Querschnitt ebensfalls flach zusammengedrückt und besitzt an der Oberseite eine längliche Vertiefung. Zur Spitze hin wird der Schwanz rund. Die Gliedmaßen sind lang und extrem kräftig sowie mit stark gebogenen, langen Krallen bewehrt. Die Färbung ist sehr variabel und schwankt zwischen schiefergrau, olivgrün bis hin zu leuchtendem Blaugrün mit unterschiedlich sark ausgeprägtem, dunklem Netzmuster, das bis hin zu Augenflecken verdichtet oder in seltenen Fällen fast völlig aufgelöst sein kann. An den Flanken befinden sich tiefblaue Flecken. Der Bauch kann schmutzig weiß oder orange gefärbt sein.
Jungtiere sind wie die Eltern aber meist kontrastreicher gefärbt. Der Schwanz ist leuchtend blaugrün, um die Aufmerksamkeit potenzieller Angreifer auf sich zu lenken.
Die genannten Merkmale sind nicht geschlechtsspezifisch. Die Geschlechter sind in erster Linie anhand der Körperproportionen unterscheidbar, wozu es allerding einiger Übung durch Vergleichsmöglichkeiten bedarf.
Ökologie: Die TG ist eine Fels- und Spaltenbewohnerin. Sie besiedelt in Korsika ausschließlich das zentrale Gebirge und dort bevorzugt Felsformationen in der Nähe von fließendem Wasser oder Wasserfällen. Jedenfalls scheint eine gewisse Luftfeuchtigkeit zumindest in den Wohnspalten notwendig zu sein. Nur selten findet man die Echsen auf anderem Substrat wie umgefallenen Baumstämmen und dann hauptsächlich Jungtiere, die sich meist in einiger Entfernung von den Adulti aufhalten, um nicht von diesen für Futter gehalten zu werden. Ansonsten leben diese Eidechsen sehr gesellig und zeigen sich kaum territorial. Oft bewohnen Gruppen aus mehreren Erwachsenen mit mehr als einem Männchen die selbe Spalte. (Manchmal werden sogar artfremde Eidechsen geduldet).
In ihrem extremen Lebensraum halten die Tiere eine bis zu 6 Monate lange Winterruhe. Die recht kurze Fortpflanzungssaison läßt meist nur eine Generation an Jungtieren zu. Die Weibchen legen nur kleine Gelege von 3 bis 6 Eiern.
Verhalten: Neben der sozialen Lebensweise fällt eine individuell ausgeprägte aber oft geringe Scheu der Tiere auf, die vielfach eine enge Annäherung erlaubt und die Beobachtung der Echsen begünstigt.
Ich wünsche Euch viel Freude beim Betrachten der Bilder.
LGr
Wolfram
Systematik: Die TG ist nach momentaner Auffassung die einzige Art der monotypischen Gattung Archaeolacerta, die eine sehr ursprüngliche Linie innerhalb der Echten Eidechsen darstellt. Die Nominatform der TG, Archaeolacerta bedriagae bedriagae besiedelt fast flächendeckend die Gebirgsregionen Korsikas. Drei weitere Unterarten besiedeln in jeweils sehr isolierten Vorkommen Sardinien (A. b. pessleri, A. b. ferrerae, A. l. sardoa). Die Unterartengliederung wurde erst in jüngster Zeit durch genetische Untersuchungen bestätigt, wobei sich für die korsische Nominatform kein einheitliches Bild ergibt, da dort einige Populationen näher mit solchen aus Sardinien verwandt zu sein scheinen als untereinander.
Beschreibung: Die Körperform der TG ist stark auf die Lebensweise als behender Kletterer und Felsbewohner abgestimmt. Der Körper ist stark abgeflacht, der Kopf an der Basis ist ebenfals abgeflacht und zur Schnauze hin stark zugespitzt. Der Schwanz ist an der Basis im Querschnitt ebensfalls flach zusammengedrückt und besitzt an der Oberseite eine längliche Vertiefung. Zur Spitze hin wird der Schwanz rund. Die Gliedmaßen sind lang und extrem kräftig sowie mit stark gebogenen, langen Krallen bewehrt. Die Färbung ist sehr variabel und schwankt zwischen schiefergrau, olivgrün bis hin zu leuchtendem Blaugrün mit unterschiedlich sark ausgeprägtem, dunklem Netzmuster, das bis hin zu Augenflecken verdichtet oder in seltenen Fällen fast völlig aufgelöst sein kann. An den Flanken befinden sich tiefblaue Flecken. Der Bauch kann schmutzig weiß oder orange gefärbt sein.
Jungtiere sind wie die Eltern aber meist kontrastreicher gefärbt. Der Schwanz ist leuchtend blaugrün, um die Aufmerksamkeit potenzieller Angreifer auf sich zu lenken.
Die genannten Merkmale sind nicht geschlechtsspezifisch. Die Geschlechter sind in erster Linie anhand der Körperproportionen unterscheidbar, wozu es allerding einiger Übung durch Vergleichsmöglichkeiten bedarf.
Ökologie: Die TG ist eine Fels- und Spaltenbewohnerin. Sie besiedelt in Korsika ausschließlich das zentrale Gebirge und dort bevorzugt Felsformationen in der Nähe von fließendem Wasser oder Wasserfällen. Jedenfalls scheint eine gewisse Luftfeuchtigkeit zumindest in den Wohnspalten notwendig zu sein. Nur selten findet man die Echsen auf anderem Substrat wie umgefallenen Baumstämmen und dann hauptsächlich Jungtiere, die sich meist in einiger Entfernung von den Adulti aufhalten, um nicht von diesen für Futter gehalten zu werden. Ansonsten leben diese Eidechsen sehr gesellig und zeigen sich kaum territorial. Oft bewohnen Gruppen aus mehreren Erwachsenen mit mehr als einem Männchen die selbe Spalte. (Manchmal werden sogar artfremde Eidechsen geduldet).
In ihrem extremen Lebensraum halten die Tiere eine bis zu 6 Monate lange Winterruhe. Die recht kurze Fortpflanzungssaison läßt meist nur eine Generation an Jungtieren zu. Die Weibchen legen nur kleine Gelege von 3 bis 6 Eiern.
Verhalten: Neben der sozialen Lebensweise fällt eine individuell ausgeprägte aber oft geringe Scheu der Tiere auf, die vielfach eine enge Annäherung erlaubt und die Beobachtung der Echsen begünstigt.
Ich wünsche Euch viel Freude beim Betrachten der Bilder.
LGr
Wolfram