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Drama oder Liebelei - hier ist Jürgen gefragt

Verfasst: 19. Mai 2007, 14:49
von Gabi Buschmann
Diese Szene konnte ich vor ein paar Tagen bodennah in der Wiese beobachten.
Eigentlich fiel mir erstmal nur der Eikokon auf und ich wollte sehen, ob ich die
dazugehörige Spinne fotografieren könnte.
Durch den Sucher sah ich dann, dass da noch eine zweite war.
Sah für mich eher wie ein feindlicher Akt aus, aber da kann man sich ja
leicht täuschen :wink: .
Die Art der oben sitzenden, männlichen (?) Spinne konnte ich nach meinem
Spinnenführer nicht bestimmen, sieht für mich von den Augen und vom
Körperbau her wie eine Springspinne aus.
Jürgen, kannst du da mehr erkennen bzw. sagen?
Wenn hier im Forum keiner weiterweiß, frage ich mal bei den Arachnologen
an.
Dann kommt auch noch mehr Info zum Bild.

Gabi

Verfasst: 19. Mai 2007, 15:58
von holgi
für mich eindeutig ein drama, ich denke mal, das die springspinne einfach nur hunger hatte... grins... wäre allerdings noch ein wenig dabei geblieben, nur um meinen verdacht zu bestätigen... gruß holger

Verfasst: 19. Mai 2007, 16:07
von Marcus.W
Hallo Gabi!
Bin nach eingehender Suche im Spider/Arachniden/verzeichnis auch nicht fündig geworden!Für mich zu 80% ein Räuberischer Akt des Angriffs [auf den ersten Blick]....Auf den zweiten-schwer einzuordnen!Bei dem vermeintlichen Angreifer könnte es sich in der Tat um eine Springspinnenart handeln.Ob Sie der Art Marpissa od Salticus zugehörig ist kann Ich z.Zt nicht sagen.Aber Ich Suche eingehend.
Vg Marcus

Verfasst: 19. Mai 2007, 21:25
von Jürgen Fischer
Hi Gabi, zum einen sind das 100 pro zwei Wolfspinnen (keine Springspinne dabei), das Weibchen mit Kokon unten und das Männchen mit dickeren Tastern oben. Zum anderen, ist das auch kein Fressakt, sondern das Männchen versucht wohl nochmal ne Kopula, was immer wieder auch mal vorkommt. Die Gattung müsste Pardosa sein (sehr lange Hinterbeine ), die Art vielleicht nach Foto Pardosa amentata (sehr dunkle Färbung, weiße Punktreihe beim Weibchen,(vielleicht auf einer Feuchtwiese oder in Gewässernähe)- aber das ist Spekulation)). Also kein Drama, eher Liebelei, wobei da manchmal die Grenzen fließend sind (Schmunzel)! Hoffe ich konnte dir helfen !
LG Jürgen

Verfasst: 19. Mai 2007, 22:41
von Marcus.W
@ Jürgen; Asche auf mein Haupt :shock: Ich finde diesen Themenbereich sehr lehrreich aber für mich als Laien undurchschaubar! Klasse wenn sich jemand so auskennt.
Vg Marcus

Verfasst: 19. Mai 2007, 23:07
von Werner Buschmann
@ Jürgen

Dacht ich mirs doch, dass das kein Drama sein kann.
Gabi hängt sich auch immer so an mich, wenn sie mich von der
Arbeit abbringen und zum Fotografieren animieren will.
:lol: :lol: :lol:
Danke für deine profunden Informationen.

Werner

Verfasst: 20. Mai 2007, 00:10
von Jürgen Fischer
Hi Werner, wenn du genau hinschaust (hast ja neulich geschrieben, dass dir das immer schwerer fällt) siehst du, dass das Männchen klammert, während das Weibchen eher gleichgültig scheint. Auch bei Erdkröten liegt der Klammerreflex eindeutig beim Maskulinen Part. Also hier bitte nichts verwechseln! Übrigens weißt du ja wohl, dass Studien zu Folge verheiratete Männer länger leben. Ich glaub das ja eher nicht, ich denke ihnen kommt es nur länger vor!!
Aber nu mal Spaß beiseite, du hast doch dieses sündhaft teure MPE von Canon. Kannst du das weiterempfehlen? Ich suche immer noch ne Möglichkeit z.B. Springspinnen mit 3:1 oder größer zufriedenstellend abbilden zu können. Was meinst du, ist das dafür gut geeignet, oder hast du da andere Tipps ? Danke für deine Mühe!
LG Jürgen

Verfasst: 20. Mai 2007, 13:37
von Gabi Buschmann
Hallo, Jürgen,
erstmal auch von mir vielen Dank für deine kompetente Bestimmungshilfe.
Jetzt wo du's sagst, das Klammern erinnert tatsächlich ein bisschen an die Kröten.

Ts ts ts, deine Bemerkungen über die Ehe habe ich jetzt überlesen :lol: :lol: .

Zum Lupenobjektiv sagt dir Werner bestimmt noch was, aber soviel kann ich dir schon sagen,
dass es mir für Springspinnen eher ungeeignet erscheint. Du musst seeehr nahe ran ans Motiv
und brauchst schon ein bisschen Zeit, um es richtig zu fokussieren.
Knut arbeitet damit zwar Freihand und macht erstaunliche Sachen, aber das grenzt für uns schon
an ein kleines Wunder :) .
Gabi

Verfasst: 20. Mai 2007, 14:01
von Werner Buschmann
@ Jürgen

Wenn die Springspinnen auch nur ansatzweise flüchtig sind, ist das MPE mit absoluter Sicherheit nichts.
Du musst bei einem Abbildungsmaßstab ab 3:1 so ca 5 - 4 cm an die Spinne ran.
Hinzu kommt, dass du ein Blitzgerät brauchst, damit verlierst du vorne noch mal Arbeitsraum.
Die Spinne dann zu finden und scharf einzustellen ist eine Heidenarbeit. Will sagen, du brauchst ein geduldiges Wesen zum Ablichten; ob das Springspinnen sind, bezweifele ich.
Das Sucherfeld ist sehr sehr dunkel, du brauchst also Zusatzlicht beim Scharfstellen.
Taschenlampe oder ein Makrolicht, was vor dem Blitzen schon Licht abgibt.
Zudem hast du eine wirklich geringe Tiefenschärfe.
Bei Abbildungsmaßstab 3:1 liegt sie bei Blende 16 bei 0,5 mm sinkt dann bei Blende 2,8 auf
0,09 mm.

Was sind die Alternativen?
Das Olympussystem?
Hat immerhin den Cropfaktor 2.
Plus Telekonverter 1,4 würdest du bei einer potentiellen
Vergrößerung von 2,8 liegen. Außerdem hast du den Vorteil, dass du dich aus größerer Arbeitsdistanz näher ranarbeiten kannst.
Bei TK verlierst du allerdings Licht!
Wenn du einen zweifach TK nimmst, habe ich keine Erfahrungen mit Auswirkung auf die Bildqualität.
Vorteil beim TK bessere Freistellung.

Gruß Werner