Die Formel zum Berechnen der Größe des Fotos

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Beitragvon Sasscha » 25. Sep 2018, 17:43

Die Formel zum Berechnen der Größe des Fotos.
M-Skala,
D ist die Länge von der Frontlinse des Objektivs bis zum Sensor der Kamera.
F ist die Brennweite des Objektivs.
M = D:F -1
Wie sollte ich die Brennweite des Objektivs berücksichtigen, was ist auf dem Objektivgehäuse? Oder betrachten Sie den Crop-Faktor?
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Beitragvon Werner Buschmann » 25. Sep 2018, 20:54

Hallo Alexander,

mir ist nicht klar, was Du wissen willst, bzw. was Dein Ziel ist.
________________
Liebe Grüße Werner
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Die Formel zum Berechnen der Größe des Fotos

Beitragvon Guppy » 26. Sep 2018, 09:28

Abbildungsmassstab (m)

Der Abbildungsmassstab gibt das Verhältnis von der Grösse der Abbildung zur Grösse in Realität an.
Grösse der Abbildung (Bild) : Grösse in Realität (Original)
Länge einer Strecke in der Abbildung : Länge einer Strecke in Realität
1 : 1 Die Grösse der Abbildung (Strecke) ist gleich gross wie das Original (Strecke)
4 : 1 Die Grösse der Abbildung (Strecke) ist 4 mal so gross wie das Original (Strecke)
1 : 4 Die Grösse der Abbildung (Strecke) ist ein Viertel (1/4 = 0.25) mal so gross wie das Original (Strecke).

An Stelle eines Bruches kann auch das Ergebnis des Bruches genannt werden.
1 : 1 = 1 (das Bild ist gleich gross)
4 : 1 = 4 (das Bild ist eine Vergrösserung)
1 . 4 = 0.25 (das Bild ist eine Verkleinerung)

Beispiele:
Wanderkarte Massstab 1: 50000:
Eine Strecke auf der Karte von 1cm ist in Realität 50000cm = 500 Meter = 0.5 km.
Plan, Zeichnung eines Hauses Massstab 1:100:
Eine Strecke auf dem Plan von 1cm ist in Realität 100cm = 1 Meter = 0.001 km.
Werkplan, Zeichnung, Plan eines Werkstückes 1:10:
Eine Strecke auf dem Plan von 1cm ist in Realität 10cm = 0.1 Meter = 0.0001 km.
Werkplan, Zeichnung, Plan eines Werkstückes 1:1:
Eine Strecke auf dem Plan von 1cm ist in Realität 1cm = 0.01 Meter = 0.00001 km.
Werkplan, Zeichnung, Plan z.B. einer Uhr 10:1:
Eine Strecke auf dem Plan von 1mm ist in Realität 0.1 mm.

Der Abbildungsmassstab ist somit keine "Erfindung" der Fotografie!
In der Fotografie ist der Abbildungsmassstab das Verhältnis von der Grösse der Abbildung (einer Strecke) auf der Filmebene oder Sensorebene zur Grösse (der Strecke) in Realität.
Die Vergrösserung oder Verkleinerung erfolgt mit Linsen.
Der Abbildungsmassstab wird somit durch das Objektiv (Optisches Setup) bestimmt, die Sensorgrösse hat keinen Einfluss auf den Abbildungsmassstab,
ebenfalls hat eine Plangrösse oder die Grösse einer Wanderkarte, keinen Einfluss auf den Abbildungsmassstab!
1:1 ist 1:1, 10:1 ist 10:1, 1:10 ist 1:10 sowohl am Crop Format, Vollformat und auch beim Grossformat!

Zur Berechnung des Abbildungsmassstabes benötigt es bekannte Längen (Strecken) die verglichen werden können.
Die Länge einer abgebildeten Strecke auf dem Sensor, kann man nicht gut messen, man weiss aber, wie breit des Sensor ist, z.B. Vollformat 36mm, das ist die Breite des Abbildes.
Legt man ein Metermass so hin, dass es von der linken zur rechten Bildseite reicht und wird dabei im Bild von links nach rechts 18mm sichtbar abgebildet, dann rechnet sich:
Grösse der Abbildung (Abbild) : Grösse in Realität (Original)
Breite des Sensors (Abbild) : objektseitige Bildbreite
36mm : 18mm
36 : 18 = 2 der Abbildungsmassstab beträgt 2.
beide Zahlen können auch durch 18 geteilt (gekürzt) werden, dann erhält man
2 : 1, der Abbildungsmassstab beträgt 2:1, das Bild ist eine Vergrösserung.

Gleiches Beispiel beim Crop Format, Faktor 1.5, Sensorbreite 24mm:
Bei gleichem optischen Setup ist auf dem Abbild vom Metermass, in der Bildbreite nur eine Strecke von 12mm zu sehen.
Grösse der Abbildung (Bild) : Grösse in Realität (Original)
Breite des Sensors (Abbild) : objektseitige Bildbreite
24mm : 12mm
24 : 12 = 2 der Abbildungsmassstab beträgt 2
beide Zahlen können auch durch 12 geteilt (gekürzt) werden, dann erhält man
2 : 1, der Abbildungsmassstab beträgt 2:1.

Bei unterschiedlichem Sensorformat (Grösse des Sensors) ändert sich bei gleichem optischen Setup der Abbildungsmassstab nicht!

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am 26. Sep 2018, 19:20, insgesamt 6-mal geändert.
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Beitragvon Puenktchen » 15. Dez 2018, 20:16

Sehr schön Kurt, danke.
Damit ist mein Weltbild wieder in Ordnung.
Letztlich war ich etwas verwirrt als ein bekannter youtube Kanal da noch die Sensorgrösse reinmischte.
Frei nach dem Motto bei KB 10:1 aber bei MFT sogar 20:1. (gleiche optik)
Das wollte mir nicht einleuchten :)

w
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Beitragvon krimberger » 9. Jan 2019, 07:11

Hallo Alexander,
das mit 10:1 und 20:1 stimmt allerdings umgekehrt aber nicht bei gleicher Optik, sondern bei formatfüllendem Fotografieren. Kurt hat es zwar im Prinzip richtig erklärt. Die meisten Fotografen denken selten mit Abbildungsmaßstab, sie trachten nur danach ein Motiv bildfüllend auf den Sensor zu bringen. Dabei ergeben sich allerdings andere Abbildungsmaßstäbe bei gleichen Motiven auf unterschiedlichen Sensoren.

Wenn du das gleiche Objekt bei MFT 10:1 abbildest, dann brauchst du bei Kleinbild ca. 20:1 Maßstab.

Hast du z.B. ein Insekt mit 1,7 mm , dann brauchst du für eine formatfüllendes Bild eine 10 fache Vergrößerung mit MFT, damit es auf dem 17,3 mm langen Sensor in voller Länge abgebildet wird.
Willst du das gleiche Insekt mit 1,7mm auf Kleinbildformat formatfüllend fotografieren, brauchst du ca. eine 20fache Vergrößerung, damit es den 36mm Sensor in voller Länge ausfüllt.

MFT 17,3 mm Sensorlänge / 1,7 mm Objektlänge = 10,17647059 (fache Vergrößerung)
Vollformat 36 mm Sensorlänge / 1,7 mm Objektlänge = 21,17647059 (fache Vergrößerung)

Solange du den Abbildungsmaßstab aus der reinen Sicht der Optik siehst, ist es immer ganz einfach. 1:1 oder 10:1 Objektive liefern immer die gleichen mm Referenzwerte.
Hast du die gleiche Optik z.B. ein 10:1 Objektiv sowohl für MFT und Vollformat, dann ist bei MFT das gleiche Motiv von meinem 1,7mm Beispiel vollkommen bildfüllend, bei Vollformat füllt dieses Motiv nur die Hälfte des Sensors und du hast entsprechend mehr Hintergrund. Ein 36mm Schmetterling wird bei einem 1:1 Objektiv schön formatfüllen abgebildet, bei MFT bekommst du mit dem gleichen Objektiv und Maßstabseinstellungen nur die Hälfte des Schmetterlings drauf und die Flügel werden beschnitten.

Grüße
Kurt
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Beitragvon Guppy » 9. Jan 2019, 11:13

Hallo Kurt (Krimberger)

Man sollte Vollformat und Cropformat nicht lediglich mit dem unterschiedlichen Bildausschnitt vergleichen.
Vergleicht man die unterschiedlichen Bildformate bei gleichem Bildausschnitt,
dann verändern sich in der Praxis, vor allem in der Makro- und Mikrofotografie viele Faktoren!

"das mit 10:1 und 20:1 stimmt allerdings umgekehrt aber nicht bei gleicher Optik, sondern bei formatfüllendem Fotografieren.
Kurt hat es zwar im Prinzip richtig erklärt.
Die meisten Fotografen denken selten mit Abbildungsmaßstab, sie trachten nur danach ein Motiv bildfüllend auf den Sensor zu bringen.
Dabei ergeben sich allerdings andere Abbildungsmaßstäbe bei gleichen Motiven auf unterschiedlichen Sensoren."


In der Makrofotografie ist die Schärfentiefe ein sehr wichtiger Faktor!
Fotografen berücksichtigen den Abbildungsmassstab sehr wohl!
Dies speziell in der verkleinernden Makrofotografie 1:10 bis 1:1.
Der Abbildungsmassstab (M) ist für die Berechnung der Schärfentiefe, massgebend.
Schärfentiefe = 2 u K (M+1)/M²
K = nominelle Blende
u = Beugungsunschärfe (Zerstreukreis)
M = Abbildungsmassstab
In dieser Formel ist die Grösse des Zerstreukreises enthalten, der vom Aufnahmeformat abhängig ist.
Denn der subjektive Schärfentiefeeindruck ändert sich mit dem Aufnahmeformat.
Ein Ausschnitt aus einer Fotografie besitzt subjektiv nicht mehr die gleiche Schärfentiefe, wie das unbeschnittene Bild.

"Hast du z.B. ein Insekt mit 1,7 mm , dann brauchst du für eine formatfüllendes Bild eine 10 fache Vergrößerung mit MFT,
damit es auf dem 17,3 mm langen Sensor in voller Länge abgebildet wird.
Willst du das gleiche Insekt mit 1,7mm auf Kleinbildformat formatfüllend fotografieren,
brauchst du ca. eine 20fache Vergrößerung, damit es den 36mm Sensor in voller Länge ausfüllt."


Hier ist zu bedenken, dass bei 20:1 zu 10:1 von Seite Objektiv, sowohl für die kritische wie auch die förderliche Blende eine andere Blendenzahl gefordert ist,
die wiederum Einfluss auf die Schärfentiefe hat.
In der Praxis ist bei 20:1 eine geringere Blendenzahl gefordert (oder höhere Apertur), diese bewirkt eine geringere Schärfentiefe und höhere Auflösung, wie bei 10:1.
Mit einem grösseren Chipformat muss für den gleichen Bildausschnitt stärker vergrössert werden, was von optischer Seite bei entsprechender kritischen Blende
eine geringere Schärfentiefe ergibt und optisch wird das Objekt automatisch höher Auflgelöst.
Bei gleichem Bildausschnitt ist bei Vollformat, gegenüber den Crop 2 Format die Schärfentiefe geringer und die Auflösung höher.
Deshalb kann man mit dem Vollformat besser freistellen und die Auflösung ist höher.
Knackpunkt ist, ob das Objektiv den grösseren Bildkreis, mit einer guten Qualität, bis in die Bildecken abbilden kann.
Bis etwa 8:1 gibt es Objektive, die das Vollformat mit sehr guter Leistung ausleuchten können.

Kurt (Wirz)
Zuletzt geändert von Guppy am 9. Jan 2019, 11:44, insgesamt 2-mal geändert.
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