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Thomas P
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Beitragvon Thomas P » 28. Jan 2013, 17:36

Hallo Leute!

Besten Dank für Euer Interesse, die Rückmeldungen und die konstruktive Kritik.
Den Bildausschnitt habe ich beim Fotografieren und dem anschließenden Beschnitt absichtlich so eng gewählt um ein Identifizieren des Tieres zu erschweren.
Aber das war wohl vergebene Liebesmüh. Ihr seid einfach zu gut.

Ich möchte Euch einige Informationen zu den Geißelspinnen geben:

Innerhalb der Klasse Arachnida (Spinnentiere) gehören die Geißelspinnen der Ordnung Amblypygi an. Sie sind mit den Webspinnen (Araneae) in etwa so verwandt, wie bei den Säugetieren die Primaten mit den Nagetieren.
Sie haben den gleichen Bauplan wie alle Spinnentiere, was aber erst bei näherer Betrachtung ins Auge fällt. Die Pedipalpen (Taster) sind zu einem Fangapparat umgewandelt und ähneln eher den Scheren einer Garnele. Die Endklaue ist beweglich gelagert, damit kann das Tier greifen. Aus dem ersten Beinpaar haben sich Taster entwickelt, die extrem verlängert sind. Das Tier läuft demzufolge nur noch auf drei Beinpaaren. Sie können sich mit rasanter Geschwindigkeit sowohl vorwärts, als auch seitwärts bewegen. Weltweit sind ca. 140 Arten bekannt. In Europa liegt ihr nördliches Verbreitungsgebielt auf Kreta. Die dort vorkommende Art ist mit ca. 5 mm winzig klein und lebt unterirdisch.
Bei dem gezeigten Tier handelt es sich um die Art Euphrynichus bacillifer. Sie lebt in Zentralafrika und ist dort weit verbreitet An ihrem Körperbau kann man sie als Spalten- und Höhlenbewohner erkennen. E. bacillifer gehört zu den wenigen Arten die gesellig leben, was sie daher auch als Terrarientiere attraktiv macht. In einem meiner Becken leben ca. 40 Exemplare ohne Verluste seit mehreren Jahren zusammen.
Spektakulär finde ich das Jagdverhalten dieser Art. Haben die Geißelspinnen erst einmal mitbekommen, dass sich ein Beutetier in der Nähe befindet, wird es aktiv bejagt. Mit den Tastern, also dem umgebildeten Beinpaar, wird die Position der Beute im Raum festgestellt. Die Berührungen sind dabei so fein, dass sie vom Beutetier in der Regel nicht wahrgenommen werden.
Ist die Position bestimmt, kommen die Fangapparate zum Einsatz. Meistens reicht ein zielgerichteter Stoß mit der bedornten „Hand“ um die Beute aufzuspießen. Die andere „Hand“ greift dann zu, um das Tier zu sichern. Gefressen wird alles, was die Geißelspinnen noch überwältigen können.
Geißelspinnen sind ungiftig.

Übrigens, das gezeigte Tier ist eine Mutti, siehe Bild unten.
Dateianhänge
Kamera: alles wie beim ersten Bild
Objektiv:
Belichtungszeit:
Blende:
ISO:
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG)
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):
Stativ:
---------
Aufnahmedatum:
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname:
kNB
sonstiges:
1-3.jpg (422.41 KiB) 930 mal betrachtet
1-3.jpg
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Gabriele
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Beitragvon Gabriele » 28. Jan 2013, 17:40

Hallo Thomas,

ich kann nur sagen: wow, was für ein
hübsches Tier. Und das meine ich
wirklich ernst! So bizarr, so skurril,
einfach toll. Und über deine ausführliche
Infos zum Insekt habe ich mich besonders
gefreut. Danke schön :)

LG Gabriele
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rincewind
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Beitragvon rincewind » 28. Jan 2013, 18:13

Hallo Thomas,

ein sehr skurilles Tier.
Schön das man so viele Details sieht.
Da Du ja offensichtlich gezwungen warst zu beschneiden hast Du eine ganz gute
Wahl getroffen.
Mich würde allerdings auch noch ein Bild mit kleinerem ABM bei dem man mehr
von dem Tier sieht und es nicht so eng zugeht interessieren.
Ein sehenswertes Bild zeigst Du hier.

LG Silvio


Edit, ich sehe beim weiterblättern gerade das Du mienen Wunsch sch erfüllt hast.
Toll das Bild mit den interessantren Infos.
Ajott
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Beitragvon Ajott » 28. Jan 2013, 18:33

Hi Thomas,

tolle Aufnahmen von einer Tiergruppe, die ich ja sooooo unheimlich spannend finde. Man hat an Geißelspinnen Versuche zum Lernverhalten gemacht, die mich sehr fasziniert haben. Viele Menschen trauen so "niederen Tieren" solche geistigen Kapaztäten ja nicht zu. Hier ein Paper zu einer solche Studie: http://digitalcommons.unl.edu/cgi/viewc ... oscihebets

liebe Grüße
Aj
Wer an allem zweifelt sollte darauf achten, dass gesunde Skepsis nicht bald zur blinden Paranoia wird.
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Beitragvon Thomas P » 29. Jan 2013, 07:32

Hallo Anja!

Danke für den Link. Ich habe diese Geißelspinne auch im Bestand. Von daher ist das ganz interessant für mich.

Viele Grüße


Thomas

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