Melolontha hippocastani - Waldmaikäfer

Die Blatthornkäfer sind eine sehr artenreiche Familie mit über 28 000 bekannten Arten und einem Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen. In Deutschland kommen daher nur etwa 160 Arten vor. Es sind oft massiv wirkende Käfer mit einer mehrgliedrigen, oft fächerartigen Keule am Ende der Fühler. Zu ihnen gehören die Maikäfer und Rosenkäfer.

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Melolontha hippocastani - Waldmaikäfer

Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18

Melolontha hippocastani - Waldmaikäfer



Familie:
FAMILIE
Gattung:
GATTUNG
Art:
ART







Wissenswertes:
Die Biologie des Waldmaikäfers ähnelt der des Feldmaikäfers. Die Käfer schlüpfen im Frühjahr aus den Puppen und schwärmen vor allem in der Dämmerung. Nach dem Reifungsfraß und der Paarung legen die Weibchen bis zu 80 Eier in Gruppen im feuchten Boden ab. Dazu verlassen sie die Paarungsstelle in entgegengesetzter Richtung zum Anflug, vermutlich um Nahrungskonkurrenz mit älteren Larven zu minimieren. Nach sechs bis acht Wochen schlüpfen die Larven. Erst nach einer Entwicklungsphase von 3 bis maximal 6 Jahren in kühleren Gebieten (in Deutschland dauert die Entwicklung in der Regel 4 Jahre) sind die Larven zur Verpuppung bereit. Bis dahin ernähren sie sich von Humus und Wurzelfasern im Boden. Die ausgewachsene Larve verpuppt sich im Boden. Nach 6 Wochen schlüpft der fertige Käfer im Herbst, überwintert jedoch in der Puppenwiege.
Merkmale:
Die Käfer werden bis zweieinhalb Zentimeter lang, können aber auch etwas kleiner bleiben. Optisch ist er mit der braunen Grundfärbung und der diffusen weißen Behaarung dem Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) sehr ähnlich. Kopf und Halsschild sind ebenfalls meist braun, können aber auch schwarz gefärbt sein. Ein deutliches Merkmal zur Erkennung ist das lang ausgezogene Hinterleibsende (Pygidium), das jedoch anders als beim Feldmaikäfer am Ende knotig verdickt ist.
Verwechslungsarten:
Von anderen Maikäferarten kann der Waldmaikäfer durch das an der spitze verdickte Pygidium unterschieden werden.
Lebensraum:
Die Art ist außerhalb Griechenlands und der Türkei in ganz Europa bis in den äußersten Norden verbreitet. Nach Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis nach China und Ostsibierien. Im Vergleich zum Feldmaikäfer können auch trockenere Habitate auf Sandböden besiedelt werden.
Aktivitätsmaximum:
Mai bis Juni
Gefährdung:
Nach dem Feldmaikäfer(Melolontha melolontha) ist der Waldmaikäfer der häufigste Maikäfer in Deutschland. Die Art wird in der Roten Liste nicht geführt und steht nicht unter Schutz.
Besonderheiten:
Einen ausgezeichneten Userbeitrag von Inka über das Leben der Larve des Maikäfers, sowie eine kleine Bestimmungshilfe zu diesen, findet ihr weiter unten im Thread.


Beitragsersteller: Ajott (AGEID6829)
Artbeschreibung: Ajott (AGEID6829)





Fotograf:
MakroMarkus (AGFID8144)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Baden Württemberg
vorgefundener Lebensraum:
Wald
Aufnahmedatum:
12.04.2014


Das hier gezeigte Männchen besitzt typisch 7 lange Lamellen an den Fühlerenden.
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18





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Deutschland
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Baden Württemberg
vorgefundener Lebensraum:
Wald
Aufnahmedatum:
20.05.2014


Massenauftreten des Waldmaikäfers.
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18





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Baden Württemberg
vorgefundener Lebensraum:
Wald
Aufnahmedatum:
13.04.2014


Detailansicht Pygidium, beim Waldmaikäfer leicht löffelförmig auslaufend mit verbreiterter Spitze.
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18





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Deutschland
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Baden Württemberg
vorgefundener Lebensraum:
Wald
Aufnahmedatum:
26.04.2014


Das Weibchen, wie hier zu sehen, besitzt 6 kurze Lamellen an den Fühlerenden.
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:19

Userbeitrag von makrolino (AGFID8715):

"Etwa zwei Wochen nach dem sogenannten "Reifungsfraß" findet die Paarung statt. Für die anschließende Ei-Ablage benötigen die Tiere lockeren, gut
grabfähigen Boden. Dort legen sie in einer Tiefe von von 15 bis 25 Zentimetern die 2 -3 mm langen Eier ab. Ein Gelege umfasst etwa 24 Stück. Jedes
Weibchen legt in der Regel zwei solche Gelege.
Die Elterntiere versterben nach 6-7 Wochen Lebenszeit - verglichen mit ihrer langen Larven-Entwicklungszeit von 4-5 Jahren, ist das doch recht
kurz. Es gibt jedoch auch hier Ausnahmen. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Weibchen länger lebt und nach einem erneuten Reifungsfraß
ein zweites Mal Eier legt.
Nach 4 bis 6 Wochen schlüpfen die Larven, auch Engerlinge genannt. Ihre Nahrung besteht in den ersten Tagen aus feinen Wurzeln (Mulum). Mit
zunehmder Größe fressen die Larven auch größere Wurzeln. Dabei können sie mitunter großen Schaden an jungen Bäumen verursachen (vor
allem bei massenhaftem Auftreten), was dazu führen kann, dass diese schließlich eingehen. Sie ernähren sich aber auch gern von Löwenzahn und
anderen krautartigen Pflanzen. Angelockt werden die Larven durch die Wurzelausscheidungen (CO2 und anderer flüchtiger Stoffe).
Bei Trockenheit verlassen die Engerlinge die oberen Bodenschichten und graben sich tiefer ein. Regnet es, findet man sie weiter an der Bodenoberfläche.
Die Larven überwintern unterhalb der Frostschicht.
Sie leben und fressen 4 Jahre im Boden und durchlaufen dabei drei Larvenstadien. Nach dieser Zeit sind sie vollständig entwickelt und haben eine
Länge von ca. 5 cm. Im 4. Fresssommer verpuppen sie sich in selbst gebauten Höhlen, den Puppenkammern, die bis zu 1 m tief im Erdreich liegen
können. Aus ihnen schlüpfen im Herbst, nach ca. 6-wöchiger Entwicklungszeit, die Jungkäfer. Diese bleiben bis zum folgenden Frühjahr (April/Mai) in
ihrer Puppen-Höhle und kriechen erst nach dem erreichen bestimmter Temperaturen als fertig entwickelte Maikäfer aus der Erde.
Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wo dieser Entwicklungszyklus um ein Jahr verkürzt sein kann.
Weiteres:
Interessant dürfte vieleicht auch sein, dass Löwenzahn in der Lage ist, sich gegen Fressfreinde, wie Maikäfer, zu wehren. Forscher des
Max-Planck-Instituts Jena haben heraus gefunden, dass der Löwenzahn ihnen den Appetit durch "Latex-Verbindungen" verdirbt."


Ergänzung: Die frisch geschlüpften Larven fressen die Exkremente von Altkäfern und nehmen damit eine spezielles symbiontisches Bakterium auf, welches ihnen hilft die Zellulose der Wurzeln zu verdauen.





Fotograf:
makrolino (AGFID8715)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Sachsen
vorgefundener Lebensraum:
Garten umgeben von Wald, unter Rhododendron
Aufnahmedatum:
25.09.2016
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:19

Bestimmungshilfe für Maikäferlarven:
Auch wenn die Kopfregion hier unscharf ist, so zeigt dieses Bild doch eindrücklich einige wichtige Merkmale zur Bestimmung einer Maikäferlarve am Hinterleibsende. Die Hier dargestellte Larve ist etwa 60 Millimeter lang. Die Larven vieler Verwechslungsarten bleiben deutlich kleiner. Dennoch besteht die Gefahr zur Verwechslung vor allem mit jüngeren Maikäferlarven, die ihre volle Größe noch nicht erreicht haben. Die einzelnen Maikäferarten sind anhand der Larven nicht zu bestimmen. Jedoch legt der Fundort (umgeben von Wald) und Sichtungen von Waldmaikäfern an diesem Ort nahe, dass es sich hier um die Larve eines Waldmaikäfers handelt.

Unterscheidungsmerkmale ähnlicher Larven verschiedener Arten:
  • Maikäferlarven (Melolontha spec.): Hier am Bild gut erkennbar ist die paarige Dörnchenreihe am Hinterleibsende die bei den Maikäfern kopfwärts über das dortige Borstenfeld hinaus reichtbis. 50 Millimeter groß.
  • Junikäferlarven (Amphimallon solstitiale): Statt einer querigen Furche am letzten Segment des Hinterleibs (im obigen Bild gut sichtbar!) zeigen diese eine Art Mercedesstern. 30 Millimeter groß.
  • Nashornkäferlarven (Oryctes nasicornis): Die seitlich am Köper befindlichen Stigmaöffnungen (innerhalb der rotbraunen Umrandung) sind rot, nicht gelb. Bis 100 Millimeter!
  • Purzelkäferlarven (Hoplia spec.): Sind etwas dichter braun behaart am ganzen Leib. Bis 20 Millimeter.
  • Rosenkäferlarven (Cetonia spec.): Sie sind gedrungener mit schwächer ausgebildeten Beinchen. Eine linsenförmige Doppeldörnchenreihe befindet sich außerhalb des Borstenfeldes unterseits am Hinterleibsende. Bis 30 Millimeter.
  • Rotbraunen Laubkäferlarven (Serica brunnea): Braune Behaarung am ganzen Leib. Die Doppeldörnchenreihe am Hinterleib verläuft quer. 8 bis 10 Millimeter.
  • Gartenlaubkäferlarven (Phyllopertha horticola): Sie besitzen eine paarige Dörnchenreihe unterseits des Hinterleibsendes, ähnlich den Maikäferlarven. Diese endet jedoch noch im Borstenfeld. Maximal 18 Millimeter.


Artbeschreibung: Ajott (AGEID6829)





Fotograf:
makrolino (AGFID8715)
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Deutschland
Bundesland/Kanton:
Sachsen
vorgefundener Lebensraum:
Garten umgeben von Wald, unter Rhododendron
Aufnahmedatum:
25.09.2016
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mURI_temp_34eaac63.jpg (384.16 KiB) 295 mal betrachtet
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:19





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makrolino (AGFID8715)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Sachsen
vorgefundener Lebensraum:
Garten umgeben von Wald, unter Rohododendron
Aufnahmedatum:
25.09.2016
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