Hilfe zu Objektiv (wegen Brennweitenverlängerung...)

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Radomir Jakubowski
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Beitragvon Radomir Jakubowski » 7. Dez 2006, 21:32

ich bin zwar kein WW freak gebe aber zu bedenken, dass wenn du mal ne Cam ohne Crop hast, du das Objektiv nicht verwenden kannst. Ich empfehle deshalb ein sigma 15-30er oder 12-24er zu selektieren
Gruß Radomir
Radomir Jakubowski
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Beitragvon Radomir Jakubowski » 8. Dez 2006, 06:41

raimi_n hat geschrieben:Hi Rado

Ich hab schon gelesen, dass man bestimmte Objektive nicht auf Kameras mit Vollbildsensor verwenden kann. Woran liegt das genau?
Und es können nur diese 2 Sigmas?

lg Raimi


ja, das liegt daran, dass sie nur für den Crop gebaut sind, und an anderen Kameras mit größeren Sensoren oder Filmen schwarze Rändler liefern.
grob gesagt sind es alle die bei Sigma ein DC im Namen haben, bei Tamron ein DI II und bei Canon EF-S. Das Tokina 12-24 ist auch nur für Crop.
Objektive die am FF funktionieren:
sigma 12-24 und 15-30
Canon 17-40 und 16-35
Tamron 17-35
(spontan, vermutlich gibt es noch andere)
hast auch die Möglichkeit alte Zeiss Objektive zu adaptieren.
Gruß Radomir
01af
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Re: Hilfe zu Objektiv (wegen Brennweitenverlängerung...)

Beitragvon 01af » 8. Dez 2006, 12:39

'raimi_n' hat geschrieben:Ich will mir auch ein Weitwinkelobjektiv kaufen. Ich dachte so an eine Brennweite von 17-35 mm oder so.

Die Brennweite ist uninteressant. Der Bildwinkel ist entscheidend. Schließlich heißt es nicht "Kurzbrennweitenobjektiv", sondern "Weitwinkelobjektiv". Welche Brennweite du brauchst, um den gewünschten Bildwinkel zu erzielen, hängt vom Aufnahmeformat ab. Selbst ein 90-mm-Objektiv kann ein Superweitwinkel sein ... für Großformatkameras eben.


'raimi_n' hat geschrieben:Nun habe ich aber eine 350D mit kleinerem Sensor.

Na also, da haben wir's -- an einer solchen Kamera wäre ein 17-35 mm nicht sehr weitwinkelig.


'raimi_n' hat geschrieben:Somit hätt ich dann durch die Brennweitenverlängerung ein 27-56 mm ...

Unsinn! Es gibt keine "Brennweitenverlängerung". Ein 17-35-mm-Objektiv ist immer ein 17-35-mm-Objektiv. Doch eingesetzt an einer APS-C-Kamera (wie etwa der Canon EOS 350D), ergibt sich ein genutzter Bildwinkel, der dem eines 28-57-mm-Objektives an einer Kleinbildkamera entspricht.


'raimi_n' hat geschrieben:... und dann ist ja nicht wirklich mehr Weitwinkel.

Das ist übertrieben. 75° Diagonalbildwinkel ist schon ziemlich weitwinkelig, damit kann man schon eine Menge anfangen. Aber ein Superweitwinkel -- wie etwa 17 mm auf Kleinbild = 104° diagonal -- ist es natürlich nicht. Es wäre ein mittleres Weitwinkel.


'raimi_n' hat geschrieben:Jetzt dachte ich mir, ich kauf mir ein 11-18 mm oder so, dann hätt ich ein 18-29 mm.

Wenn du dir ein 11-18-mm-Objektiv kaufst, dann hast du ein 11-18-mm-Objektiv. Und kein 18-29-mm-Objektiv.


'raimi_n' hat geschrieben:Damit könnt ich gut leben.

Au weia! Es ist noch gar nicht so lange her, da galten (festbrennweitige) Weitwinkelobjektive mit über 90° Diagonalbildwinkel als unerschwingliche Traumobjektive. Und heute können die Leute mit Zooms, die bis knapp über 100° reichen, gerade mal "gut leben" ...


'raimi_n' hat geschrieben:Nur die Superweitwinkel haben ja die Wahnsinns-Verkrümmung (fisheye) ...

Wie kommst du auf diese Schnapsidee? Superweitwinkel sind Superweitwinkel, und Fischaugen sind Fischaugen. Das sind zwei verschiedene Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.


'raimi_n' hat geschrieben:... und die 18 mm eben nicht (so).

Das hat mit der Brennweite gar nichts zu tun.


'raimi_n' hat geschrieben:Wenn ich mir ein 10 mm für die 350D kaufe, ist das dann genauso, wie wenn ich mir für eine Kamera ohne Brennweitenverlängerung ein 18 mm kaufen würde?

Noch einmal: Es existiert keine Kamera mit "Brennweitenverlängerung".

Ein Objektiv mit 10 oder 11 mm als kürzester Brennweite hätte an deiner Kamera mit APS-C-Sensor den gleichen Bildwinkel und somit die gleiche Bildwirkung wie ein Objektiv mit 16 oder 17 mm kürzester Brennweite an einer Kleinbildkamera.


'raimi_n' hat geschrieben:Mit genauso wenig Krümmung in den Linien, die nicht durch die Mitte gehen?

Ja. Ein klein wenig tonnenförmige Verzeichnung ist bei extrem großen Bildwinkeln zwar praktisch unvermeidbar ... aber das wäre bei einem 17-mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera nicht anders; es ist ein minimaler Effekt, der in der Regel weder auffällt noch stört -- und mit Fischaugen hat das überhaupt nichts zu tun.


'raimi_n' hat geschrieben:?? Oder erhoffe ich mir da zuviel?

Nein. Ein 10-20 mm oder ein 11-18 mm wäre genau das, was du brauchst ... oder das Canon EF-S 10-22 mm, welches eine wahre Spitzenoptik ist. Wenn's dein Budget nicht sprengt, dann nimm das!


'raimi_n' hat geschrieben:Ich hab schon gelesen, dass man bestimmte Objektive nicht auf Kameras mit Vollbildsensor verwenden kann. Woran liegt das genau?

Das liegt am reduzierten, an das APS-C-Format angepaßten Bildkreisdurchmesser. Der bewirkt, daß ein Objektiv, das am APS-C-Sensor superweitwinkelig ist, trotzdem erschwinglich bleibt. Denn sollte es auch für Kleinbildformat geeignet sein, so müßte es einen größeren Bildkreis ausleuchten und damit noch superweitwinkeliger sein. Und Bildwinkel kostet Geld ... und einen ohnehin großen Bildwinkel noch größer zu machen, kostet viel Geld. Ganz davon abgesehen, daß das Objektiv dann auch viel größer und schwerer wird. Ein Vollformat-Superweitwinkel besitzt Eigenschaften, die es teuer machen, die an einer APS-C-Kamera aber brachliegen.


'raimi_n' hat geschrieben:Und es können nur diese zwei Sigmas?

In dem Brennweitenbereich sind mir im Moment als Kleinbild-Vollformatobjektive nur diese beiden Sigmas geläufig. Aber wenn dir ein 17-35 mm an der APS-C-Kamera nicht weitwinkelig genug ist, dann wirst du mit einem -- nur unwesentlich weitwinkeligeren -- 15-30 mm auch nicht glücklich werden. Das Sigma 12-24 DG hingegen wäre eine Alternative. Es lohnt sich aber nur, wenn du es wirklich über kurz oder lang einmal auch an einer Kleinbbildkamera einsetzen wirst. Wahrscheinlich aber ist es sinnvoller, als kürzestes Objektiv in deiner Fototasche eins mit reduziertem Bildkreisdurchmesser zu wählen.

Übrigens läßt sich das Tamron 11-18 Di-II durchaus auch an einer Kleinbildkamera einsetzen, sofern man eine Brennweite von mindestens etwa 14 oder 15 mm einstellt. Beim Sigma 10-20 DC müßte es ähnlich sein. Beim Canon EF-S 10-22 aber geht's nicht.

-- Olaf
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Beitragvon Wochtl » 8. Dez 2006, 12:51

Hallo,

habe die Diskusion sehr genossen.
Unsinn! Es gibt keine "Brennweitenverlängerung

Die Antworten sind immer so herzlich.
Wie kommst du auf diese Schnapsidee?

und charmant.
Noch einmal: Es existiert keine Kamera mit "Brennweitenverlängerung".

aber von kompetenz.
Ich freue mich schon wieder auf eine Antwort von Olaf.
Muß mir da was ganz spezielles ausdenken.

Gruß Wochtl
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Beitragvon 01af » 8. Dez 2006, 15:08

raimi_n hat geschrieben:OK, wechsle das Wort Brennweitenverlängerung(sfaktor) gegen Blinkwinkelfaktor aus.

Blinkwinkelfaktor!? Du meinst wohl Blickwinkel- bzw. Bildwinkelfaktor? Und nein, das ist ja noch falscher! Auf deutsch heißt dieser Faktor "Formatfaktor" (engl. form factor oder crop factor, von to crop = beschneiden, ausschneiden). Denn er beschreibt, um wieviel ein Bildformat linear kleiner ist als ein Bezugsformat, in der Regel das Kleinbildformat.

Brennweiten-Millimeter sind keine Einheit des Winkels. Um einen (genutzten) Bildwinkel zu beschreiben, ist die Angabe einer Brennweite nur dann sinnvoll, wenn dazugesagt wird, auf welches Bildformat sich die Angabe bezieht. Ohne Bezug auf ein Bildformat ist die Angabe einer Brennweite sinnlos ... etwa so, wie wenn ich erkläre, mein Auto braucht 1,6 Liter, ohne dazuzusagen, auf welche Zeit oder Strecke sich diese Auskunft bezieht. (Ich brauche nämlich 1,6 Liter, um einmal von zu Hause zur Arbeit zu fahren, ätsch.)

Deswegen wirkt ein 17-35-mm-Objektiv an einer Canon EOS 350D nicht wie ein 28-57-mm-Objektiv. Sondern wie 28-57-mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera.

Und einen "Bildwinkelfaktor" gibt's gleich überhaupt gar nicht (auch wenn die Deppen in der Color-Foto-Redaktion diesen Ausdruck gern benutzen). Denn der Zusammenhang zwischen Bildformat und Bildwinkel ist nicht linear und daher nicht durch einen konstanten Faktor beschreibbar. Beim Übergang von einem Bildformat auf ein anderes ändert sich der (genutzte) Bildwinkel eines Teleobjektives um einen anderen Faktor als der eines Weitwinkelobjektives. Und dieser Faktor ist in beiden Fällen verschieden vom Formatfaktor.

-- Olaf
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Beitragvon Wochtl » 8. Dez 2006, 22:38

Ich sags ja, er ist der Beste!

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