kurz gefasst
Moin moin,
die Eiablage von Calopteryx Virgo ist schon sehr interessant und bekommt man auch nicht alle Tage
zu sehen. Mindestens genauso eindrucksvoll finde ich, was die Männchen während dessen veranstalten.
Im Gegensatz zu Splendens liebt Virgo mehr die beschatteten Fließgewässer, weil sie für Ihre Entwicklung
kühleres und sauerstoffhaltigeres Wasser benötigen, aber man trifft sie auch zusammen an. Gibt es im
Habitat viele sonnenbeschienene Stellen mit Wasserpflanzen, welche von den Virgos und Splendens
als Eiablageplatz besetzt werden können, so kommt es relativ selten zu Streitigkeiten, nämlich dann,
wenn der "Nachbar" mal vorbeischaut. Jeder hat sein eigenes Revier.
An dem hier gezeigten Habitat ist das anders, weil es für 8 Männchen nur zwei zur Eiablage geeignete
Stellen gibt. Im Abstand von etwa 10m wächst an zwei sonnenbeschienenen und ufernahen Stellen
der Wasserhahnenfuß und bildet ca. 1,5 bis 2m lange Stängel. Diese Eiablageplätze sind in ihrer Aus-
dehnung sehr begrenzt und kaum größer als 1m² und sie sind ständig in Bewegung. Es tummeln
sich dort jeweils bis zu 4 Virgo- und ein Splendensmännchen. Während Splendens sich meist direkt
ins Revier auf eine Blüte setzt, beobachten die Virgos gerne von einer erhöhten Warte (z.B. Riesen-
bärenklau) am Ufer aus ihr Revier.
Der Konkurrenzdruck ist entsprechend hoch, weil sie zwangsweise das gleiche Revier besetzen,
welches auch noch in Bewegung ist. Solange die Sonne scheint, herrscht reges Treiben der Männchen
über den Eiablagestellen, einer jagt den anderen und manchmal scheint es, als würden sich für ein paar
Sekunden Allianzen bilden, weil sie zu dritt ein weiteres Männchen vertreiben aber diese Allianzen sind
sehr instabil.
Schiebt sich ein Wölkchen vor die Sonne kehrt augenblicklich Ruhe ein, sofern kein Weibchen im Wasser ist.
Ihr schmetterlinghafter Flug scheint chaotisch, bei genauer Betrachtung stellt man fest, wie wendig sie sind,
auf der Stelle Haken schlagend, jagen sie einander. Imponierend stellen sie dabei alle vier Flügel nach vorne.
Ich frage mich, wie man so fliegen kann, sieht es doch aus, als würden sie einen Bremsfallschirm öffnen.
Dabei scheint das Splendensmännchen im Vorteil zu sein, es ist wendiger als Virgo, denn seine Flügel
sind schmäler und nicht so paddelförmig. Die Weibchen müssen sehen wie sie in diesem Getümmel
ihre Eier ablegen, was alles andere als einfach ist. Ihre Flügel stehen dabei wie kleine bronzene Segel
aus dem Wasser und sie werden nicht selten dabei angegriffen, oder gar wieder aus dem Wasser
gezerrt. Da kommt es auch schon mal zu Verwechselungen, aber seht selbst.
Erklärungen zu den Bildern findest du im jeweiligen Feld für die Aufnahmedaten.





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