dass ich in dem Land wohne, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, war mir ja schon lange bekannt. Aus diesem Grund habe ich auch immer ein wenig Respekt davor, zu dämmerigen Uhrzeiten meine Strecken mit dem Rad zu fahren. Schon mehrmals habe ich kurz vor mir eine Rotte Schweine aus dem Feld brechen und ins nächste eintauchen sehen. Jedes Mal habe ich meinem Fahrradgott gedankt, dass ich nicht eine Winzigkeit früher dran war oder die Schweine etwas später losgelaufen sind. Seither fahre ich durch entsprechend gefährliche Gebiete zu den bedenklicheren Uhrzeiten ja eh nur noch mit Klingel im Dauerbetrieb und teils lauthals singen.. sicher ein Bild für die Götter, aber zumindest hören die Schweine mich so kommen.
Nach einem kurzen Abstecher zu einem meiner Reviere brach ich gestern nicht ganz so spät auf, die Sonne stand noch über dem Wald. Die Fototour war erstaunlich erfolgreich gewesen, und in Gedanken war ich noch bei meinen Motiven. Auf dem letzten noch sonnigen Feldweg hielt ich mich ohne nachzudenken weit links, so weit wie möglich vom Mais weg und lieber am Rand des überschaubaren Weizenfeldes. Als es plötzlich rumpelte, ich gerade noch eine Abflug über den Lenker vermeiden konnte und etwas weiches meinen Fuß striff, konnte ich das zunächst überhaupt nicht zuordnen. Alle möglichen wirren Gedanken müssen mir im Bruchteil einer Sekunde, die sich viel länger anfühlte, durch den Kopf geschossen sein. Als ich im nächsten Sekundenbruchteil meinen Kopf drehte sah ich eben noch einen Dachs im Maisfeld verschwinden. Der hatte unglücklicherweise genau den falschesten (naja fast, 20cm und entsprechende Winzmomente früher oder später wären wohl noch schlechter für uns beide gewesen) aller Zeitpunkte erwischt, um den Weg zu passieren und ist zwischen meinem Vorder- und Hinterrad aus dem Getreidefeld gebrochen.
Mehrere Umstände haben es glimpflich für uns beide ausgehen lassen. Der Feldweg ist extrem steinig und unangenehm zu befahren. Daher stand ich den Pedalen, um nicht durchgeschüttelt zu werden und fuhr höchtens Schrittgeschwindigkeit. Dass der Dachs nicht direkt vor dem Vorderrad aufgetaucht ist, hat gefährliche Ausweichmanöver meinerseits verhindert. Dadurch, dass ich nicht saß, ist das Hinterrad ziemlich geschmeidig und ohne große Last über den Dachs hinweggeglitten. Wir dürften beide gleichermaßen mit den Schrecken und ein paar blauen Flecken davongekommen sein.
Nun, ich hatte 5 Jahre lang regelmäßig Spuren gefunden und immer mal gehofft einen Dachs lebend zu sehen.. aber irgendwie hatte ich mir das dann doch weniger schockierend vorgstellt. Aber immerhin hatte ich auch nicht damit gerechnet, ihn zu streichen, wenn auch nur mit dem Fuß
So, und wer sich den ganzen langen Text freiwillig bis zum Ende durchgelesen hat (habt ihr eigentlich nichts besseres zu tun?
) darf sich nun zur Belohnung an einer anderen Begegnung von gestern erfreuen. liebe Grüße
Aj, die die Geschichte einfach mal loswerden musste








