24 Millionen Lichtjahre entfernt, die Blackeye Galaxie

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Peter Schmitz
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24 Millionen Lichtjahre entfernt, die Blackeye Galaxie

Beitragvon Peter Schmitz » 21. Apr 2014, 02:53

M64 wird auch als NGC 4826 oder Blackeye-Galaxie bezeichnet.

Die Spiralgalaxie ist im Sternbild Coma Berenices zu finden. Die Entfernungsangaben schwanken von ca. 24 bis zu 44 Millionen Lichtjahren.


Edward Pigott entdeckte M64 am 23. März.1779.

Pigott übermittelte den Fund am 3. September 1779 an den Royal Astronomer, Nevil Maskelyne. Dieser liess sich allerdings bis 1781 Zeit zur Veröffentlichung.

Von daher galt zunächst der Astronom Johann Elert Bode fälschlicherweise bis heute als Entdecker. Bode hatte allerdings M64 erst 12 Tage später als Pigott entdeckt.

Charles Messier führte M64 ebenfalls erst ein Jahr später diese interressante Galerie seinem berühmten Katalog hinzu.

Im Inneren von M64 befindet sich eine Dunkelwolke, die ca 8.000 Lichtjahre groß ist.
Diese Dunkelwolke wurde erst durch den Astronom William Herschel entdeckt. Als er sie dem Kollegen Charles Blackden zeigt, hatte dieser eine Assoziation an ein dunkles Auge. Nunmehr war der Name geboren... black eye Galaxie.

Erst kürzlich wurde entdeckt, dass in der Galaxie zwei unabhängige Scheiben in unterschiedlicher Richtung rotieren.

Der neutrale Wasserstoff in der Kernregion rotiert entgegengesetzt dem Rest der Scheibe.
An den Reibungspunkten verlieren die beiden Scheiben an Drehimpuls und stürzen in den Kern der Galaxie.

Vermutet wird, dass die M64 eine andere Galaxie eingefangen hat, die für die Störungen sorgt.
Diese gegenläufigen Scheiben sind äußerst selten anzutreffen.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass man mit einem Amateurteleskop, Millionen von Jahren zurückschauen kann.

Noch erstaunlicher, dass diese lichtschwachen Objekte mit der damals, zur Verfügung stehender Technik, entdeckt wurden.
Dateianhänge
Kamera: Canon 5D MK II mod.
Objektiv: 16&quot; Oruion ODK
Belichtungszeit:1x60, 1 x 80, 11 x 300, 1x720 Sek., 30 Bias, 40 Flats
Blende:6,8
ISO:1600
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG):
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):ca. 25% in der Höhe beschnitten
Stativ:
---------
Aufnahmedatum:16. und 17.4.2014
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname:Messier 64
kNB
sonstiges:
M64-Black-Eye-Galaxie.jpg (484.43 KiB) 834 mal betrachtet
M64-Black-Eye-Galaxie.jpg
Zuletzt geändert von Peter Schmitz am 21. Apr 2014, 13:06, insgesamt 6-mal geändert.
Schöne Grüße aus Hildesheim

Peter



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Beitragvon Hans.h » 21. Apr 2014, 09:27

Hallo Peter,

Hab´mich schon oft gefragt,warum eigentlich solche Dinge,die sich ja nicht verändern-fotografieren,wo es doch davon jede Menge Bilder gibt? Hier sieht man den Grund.Ich hab´diese Galaxie noch nie so gesehen!
Sie wirkt viel runder,als ich diese Galaxie kenne und der Staubstreifen ist sehr detailliert.

Ein eigenes Bild von solche Objekten ist eben doch etwas sehr Individuelles,das von vielen Faktoren,wie der Instrumentierung,den Bedingungen der Atmosphäre am Beobachtungsort und schließlich vom Können und der Geduld des Beobachters seinen ganz eigenen Stempel aufgeprägt bekommt.
Eine wirklich sehr gute Aufnahme!Gefällt mir sehr gut. :shock:

Kosmischer Gruß....Hans. :)
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Beitragvon piper » 21. Apr 2014, 17:45

Hallo Peter,

schaut aus wie ein Ufo beim Landeanflug.
Ein bissel schade, dass sie nicht schärfer
ist, aber manchmal kann man nicht alles
haben. Vielen Dank fürs Zeigen und die
auserordentlich lesenswerten Infos.
Liebe Grüße Ute

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Beitragvon Monika E. » 21. Apr 2014, 18:43

Hallo Peter

das ist Grossartig, für mich sieht es aus wie ein wachsamses Auge das über uns steht.
Ich staune immer wieder was für Farben und formen zum Vorschein kommen, bei euren tollen Aufnahmen
Danke auch einmal mehr für den informativen Text!!
Liebe Grüsse

Monika

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man muss es auch anwenden.
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Beitragvon Peter Schmitz » 25. Apr 2014, 23:46

Danke an Euch für Eure Kommentare.

Ja Hans, die Frage stellen wir uns sicher öfters. Muss man zu den Tausenden, besseren Bildern, noch welche dazu zu stellen? Ich glaube, es ist der Zauber der Authenzität, es selber gemacht zu haben und zugleich eine Interpretation des selber Gesehenen.
Du wirst es selber aus eigenem Erleben wissen, dass wir das gleiche Objekt vor einigen Jahren, mit weniger Erfahrung, noch ganz anders wahrgenommen haben.
Der aufwändige Prozess der Bildbearbeitung ist dann doch davon geprägt, das Erlebte so darzustellen, wie wir es empfunden haben. Noch ausgeprägter ist das wohl noch bei der Astro Zeichnung.

@Ute, schärfer ist schwierig, die Galaxie macht insgesamt einen verschwommeren Eindruck, als zum Beispiel die Andromeda Galaxie, die zudem recht nah ist. Dafür hat sie dieses unglaubliche Auge. Natürlich ist noch viel Potential zur Verbesserung. Zudem habe ich nur recht kurze Belichtungszeiten vorzuweisen, der Himmel macht halt nicht jeden Tag mit.

@Monika, ich teile Deine Meinung voll und ganz. Ich bin ganz sicher, dass da ein wachsames Auge ist.

Clear skies
Peter
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Beitragvon Ajott » 30. Apr 2014, 17:12

Hallo Peter,

mit großm Interesse habe ich deinen Text gelesen. Es ist schon interessant, wie die ganze Wissenschaftsmaschinerie funktioniert und zu welchen Verwicklungen das unter Umständen führen kann. Die Anektdote zu dieser Galaxie gibt einen kleinen Einblick. Ein faszinierender Himmelskörper nicht nur was die Geschichte angeht, sondern auch den Aufbau und die Anblick. Wieder einmal vielen Dank für den Blick in den Himmel.

liebe Grüße
Aj
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Beitragvon Frank Ingermann » 5. Mai 2014, 19:13

Hallo Peter,

"wie immer" ein sehr interessantes Bild und mindestens genau so interessanter
Begleittext dazu. Das mit den gegenläufig rotierenden Scheiben habe ich vorher
noch nie gehört / gesehen.

Technisch könnte man die dunklen Rottöne noch etwas weiter absenken, es
wirkt ein bisschen fleckig - schreibe das aber nur weil ich sonst keine Ahnung
vom Prozess habe, ist mir aber bei Deinen Bildern schon öfters aufgefallen.
( Haste wieder am Laptop entwickelt? :) )

Vom Bildeindruck sieht es für mich so aus, als hätte sie einen "Henkel" oberhalb
vom Bulge, aber nur wenn man es sich in 3d vorstellt... sonst passt das Auge gut!

Was mich ein wenig wundert: 24-44 Millionen LJ ist ja eine ziemliche Spanne.
Kann man das mittels Rotverschiebung und Hubble-Konstante nicht eigentlich
um einiges genauer feststellen?


lg, Frank
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Beitragvon Gabriele » 5. Mai 2014, 19:18

Hallo Peter,

wenn man bedenkt wieviele Millionen Lichtjahre diese Galaxie von
uns entfernt ist - und du hast sie mit einem einfachen Objektiv
fotografiert. Das ist echt der Hammer. Ich bin total begeistert.

LG Gabriele
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Peter Schmitz
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Beitragvon Peter Schmitz » 6. Mai 2014, 00:37

Help,
wenn ich was schreibe, taucht das jetzt immer zwei mal auf. Woran liegt das? :?:
Zuletzt geändert von Peter Schmitz am 6. Mai 2014, 00:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Peter Schmitz » 6. Mai 2014, 00:38

Dank für Euer Interesse.
@Frank bei diesen relativ sehr kurzen Entfernungen spielt die Hubble Konstante meiner Meinung nach noch keine Rolle. Zudem sind die Galaxien der lokalen Guppe, oder auch alle Randgebiete unseres Michstrassensystems so stark gravitativ gebunden, so dass die Hubble Konstante nicht zum tragen kommt. Von daher kann auch die (nicht vorhandene) Rotverschiebung keine Angabe zur Entfernung machen.
Ich habe keine Ahnung von Astrophysik, von daher kann ich mir die großen Schwankungen auch nicht erklären.

CS
Peter

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