es gibt Tage, da fragt man sich, wo die Schmetterlinge geblieben sind, besonders wenn sie am Tage zuvor noch so zahlreich waren.
Im Juni besuche ich gerne lichtdurchflutete Waldwege, dort wo Disteln, Wasserdost und vor allem Brombeeren wachsen und in voller Blüte stehen.
Doch wo verstecken sich die Falter, wenn es mal kühler ist? Wir Makrofotografen suchen suchen dann meist Pflanzen ab und wundern uns,
dass man so wenig findet. Auch die Frage, warum es von bestimmten Falterarten kaum Fotos einer Paarung gibt, deutet darauf hin,
dass wir an den falschen Stellen suchen. Noch nie sah ich eine Kopula des Kaisermantels oder die eines Tagpfauenauges, obwohl diese häufig anzutreffen sind.
Um das herauszufinden, sind die kleinen und räumlichen sehr begrenzten Habitate an Waldrändern und Waldwegen geeignet,
weil zumindest bestimmte Falterarten bei kühlerem Wetter und für die Paarung, in der Nähe ihrer Futterquelle bleiben.
Wenn Temperaturen so um die 20° C herrschen und die wärmenden Sonnenstrahlen immer wieder von Wolkenfeldern unterbrochen werden
und man auf der Hut ist, dann wird man gewahr, wohin Kaisermantel, Tagpfauenauge und weitere Falter verschwinden.
Eigentlich ist es logisch aber ich habe dafür Jahre benötigt, weil ich als Makrofotograf zu sehr auf den Boden fixiert war
Sie fliegen hoch in die Bäume, breiten dort ihre Flügel aus um sich zu sonnen. Bleibt der Sonnenschein zu lange aus,
schließen sie Flügel und sind dadurch mit dem bloßen Augen kaum noch im Gewirr der Blätter auszumachen.
Wird es dem Kaisermantel zu kühl, dann kündigt er seine Flucht in die Baumkronen sogar an,
denn einige Sekunden vor Abflug zittert der Kaisermantel mit seinen Flügeln.
Da er bei der Nahrungsaufnahme an den Blüten immer langsam die Flügel auf und ab bewegt, ist das Zittern gut erkennbar.
Und die angesprochene Kopula? Nun auch diese findet in der Abgeschiedenheit der Baumkronen statt oder wenigsten in den höheren Zeigen
der Büsche und noch angrenzenden jungen Bäume. Sowohl beim Kaisermantel als auch beim Tagpfauenauge konnte ich mehrere Paarungen beobachten,
oft auch nur erahnen. Ein sich anbahnender Flirt beginnt, indem sich die Falter in der Luft Falter umkreisen, um sich dann in die Höhe zu schrauben.
Wenn man "sich einig ist" nehmen sie Platz auf den Blättern.
Bitte die Aufnahmedaten aufklappen, für weitere Informationen.
Aus Fotografensicht, sind Brombeeren für gute Bilder besser geeignet, weil Disteln und Wasserdost meist voluminöse Ansitze haben.







