Probleme mit dem Abbildungsverhältnis

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Bernie
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Probleme mit dem Abbildungsverhältnis

Beitragvon Bernie » 30. Mai 2015, 19:04

Hallo zusammen

Ich bin gerade wieder dabei, etliche meiner gesammelten Steine im Stacking-Verfahren abzufotografieren. Der Abstand
Frontlinse – Objekt beträgt dabei (je nach Steingröße) etwa 20-30 cm und verringert sich durch das Heranfahren mit dem
Schiebeschlitten mehr oder weniger stark.
Bis jetzt hatte ich dazu immer mein Canon 60 mm Makro verwendet. Aber mich stört(e) daran, dass die Objekte nicht im
richtigen Höhen-/Seitenverhältnis abgebildet, sondern "gestaucht" werden. Aus einem rechtwinkeligen Objekt
wird dann im Querformat ein fast quadratisches.
Klar, dachte ich. 60 mm bedeutet bei meiner Crop-Kamera gute 90 mm Brennweite, ist also ein leichtes Tele und
"verschlankt" damit die Motive. Also mein Zoomobjektiv an die Kamera geschraubt, Brennweite 35 mm
(entspricht ja im Crop einem 50 mm-Objektiv) eingestellt - und leider auch hier wieder die „Schrumpfung“ (nicht ganz so
stark, aber trotzdem deutlich sichtbar).
Es muss doch möglich sein, ein Objekt in seiner Ursprungsform abzubilden; wenn ein Profifotograf den Auftrag hat, das
ovale Halsband einer Kundin abzulichten, wird er Probleme bekommen, wenn das Schmuckstück auf dem Bild rund geformt ist.


Hat jemand eine Idee, wie das Problem zu lösen ist.

Schöne Grüße
Bernd
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Beitragvon ULiULi » 30. Mai 2015, 22:27

Hallo Bernd,

ich bin mir nicht sicher, ob ich nach dem Text eine zutreffende Vorstellung
davon habe, wie das Ergebnis aussieht. Ziemlich sicher bin ich mir aber,
dass es nichts wesentlichens mit der Brennweite zu tun hat. Eine so deutliche
Stauchung (3:2 auf 1:1) kann m.E. nur mit der Verarbeitung der Bilder in der
Stacksoftware zu tun haben.

Vielleicht stellst Du mal ein Einzelbild und den fertigen Stack dazu ein.

LG / ULi
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Beitragvon rincewind » 30. Mai 2015, 22:43

Hallo Bernd,

Ich tippe auch mal auf die Software. Beruflich stacke ich mit teilweise sehr
großen ABM und den verschiedensten Objektiven sehr häufig zur Dokumentation. So
einen Effekt hatte ich noch nie (die Bilder wären dann für mich auch
unbrauchbar)

LG Silvio
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Beitragvon Bernie » 31. Mai 2015, 12:48

Hallo Uli, Hallo Silvio

Nein, mit der Software hat das nichts zu tun, denn als Vergleichsfoto nehme ich immer nur das erste aus der
Stacking-Reihe her, also bevor Combine ZP zum Einsatz kommt.
Aber ich glaube, ich bin jetzt draufgekommen, was die Ursache meines Problems ist (eine Idee heute Nacht im Halbschlaf):
Die Positionierung der Objekte. Wenn ich den vorliegenden Stein (der von oben gesehen, die Form eines Dreiecks mit einem
kurzen und einem langen Schenkel auf der Vorderseite hat) für die Aufnahme etwas nach rechts drehen würde, wird
er/erscheint er auf dem Foto breiter, drehe ich ihn nach links, wird
er/erscheint er schmäler („gestauchter“). Brennweite: 35 mm. Es scheint also eine Frage der
Perspektive zu sein.
Das erklärt, warum ich mit einfach geformten Steinen mit einer ebenen Oberfläche, die ich frontal ablichte, keine
Probleme habe.
Ihr habt mir aber trotzdem geholfen, denn ich befürchtete schon, ich müsste mir ein anderes Objektiv zulegen. Aus Euren
Antworten geht hervor, dass das nicht nötig ist.

Danke und einen schönen Sonntag noch
Bernd
Dateianhänge
Kamera: Canon EOS 600D
Objektiv: 35mm
Belichtungszeit: 1/13
Blende: f/6.3
ISO: 200
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG):
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe):
Stativ: Gitzo GT3541LS Carbon/Markins Q20
---------
Aufnahmedatum: 16.05.2015
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname:
kNB
sonstiges:
Stein.jpg (271.37 KiB) 1290 mal betrachtet
Stein.jpg
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Beitragvon HCS » 31. Mai 2015, 23:42

Bernie hat geschrieben:...Es scheint also eine Frage der Perspektive zu sein.
Das erklärt, warum ich mit einfach geformten Steinen mit einer ebenen Oberfläche, die ich frontal ablichte, keine
Probleme habe.


Hallo Bernd,
durch das Heranfahren an das Objektiv ändert sich tatsächlich die Perspektive. Eigentlich müßte es mit längerer
Brennweite besser werden, weil hier der Verschiebeweg im Verhältnis zum Abstand Frontlinse-Objekt kleiner ist als bei
kurzen Brennweiten. Total weg kriegt man das Problem nur mit telezentrischen Objektiven, bei denen die Perspektive
unabhängig vom Abstand immer konstant bleibt.
Grüße
Christian


www.natur-foto-technik.de

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