Wer von Euch benutzt für Makros "Prosumer"/Bridge-

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Wer von Euch benutzt für Makros "Prosumer"/Bridge-

Beitragvon TobyK » 19. Nov 2005, 12:03

Hallo Ihr,
ich bin fasziniert von Eurer Seite und den gezeigten Bildern.
Gerne möchte ich mich auch an sowas versuchen, leider fehlt mir noch das nötige Werkzeug.
Benutzt Ihr nur Spiegelreflexkameras oder sind auch welche mit Nikon 8700, Sony H1... vertreten?
Welche wäre denn am besten geeignet?

freu mich auf Anregungen und hoffe, bald ein Bild von mir hier zeigen zu können

Gruß aus Augsburg
Tobias
maik
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Beitragvon maik » 19. Nov 2005, 13:12

Hallo Tobias,

ich hatte bis April 2005 nur eine Coolpix 950, die ich 1999 gekauft hatte. Das Batteriefach ging kaputt und ich habe dann einen Urlaub mit einer alten analogen Minolta bestritten. Das hat mich so genervt, ich brauchte eine neue Digitalkamera und hab mir dann die D70 gekauft. Trotzdem hab ich die Möglichkeiten der schwenkbaren 950 vermisst und mir eine gebrauchte 990 zusätzlich bei ebay besorgt.

Ich benutze für Makros meistens die D70, hab aber auf Tour meist die 990 trotzdem dabei, denn sie hat diverse Vorteile: es gibt durchaus Motive, die mit der DSLR aus physikalischen Gründen nicht zugänglich sind, wo ich aber die 990 auf drei abgestützten Fingern stabil ansetzen kann. Außerdem ist die Schärfentiefe wegen des kleineren Sensors größer, und ich bekomme bei ISO 100 teilweise meine gewünschte Schärfentiefe, während ich bei der D70 so weit abblenden müßte, daß es nur mit Blitzlicht oder hohem ISO ginge.

Auf der anderen Seite ist die DLSR in Sachen gestalterische Möglichkeiten (freistellen, optischer Sucher) und manueller Fokussierung zweifellos überlegen. Es ist aber nicht so, daß man mit Kompaktkameras keine guten Makros machen könnte. Manches ist damit schwieriger, anderes dafür einfacher. Es spricht also überhaupt nichts dagegen, Kompakte zu verwenden. Wenn man sich dann am Thema festbeißt, wird irgendwann sicherlich der Wunsch nach einer DSLR immer größer werden, aber so ist das halt...

Die Kompakte sollte natürlich aber unbedingt einen Makromodus haben, der hohe Vergrößerungen erlaubt. Man muß dann leider oft sehr nah ans Motiv ran, somit sind lebende kleine Insekten wegen der Fluchtdistanz wohl nur in geringer Vergrößerung machbar.

Maik
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Beitragvon TobyK » 19. Nov 2005, 13:19

Hallo Maik,
danke für die prompte Antwort.
ich schwanke im Moment zwischen

Sony H1
- sehr günstig (355 euro)
- 36-432
- aber "nur" 5 Mio Pixel
- Makrobilder: http://www.pbase.com/jekyll_and_hyde/sony_h1_gallery

Canon Powershot G6
- teurer (490 euro)
- nur 35-140
- 7 Mio Pixel
- Makrobilder: http://www.pbase.com/rhiggs1/canon_g6_gallery

Bin hin und hergerissen. Die Sony sagt mir eigentlich sehr zu, nur hab ich ein inneres Widerstreben, mir noch eine Kamera mit nur 5 Mio Pixel zu kaufen. Sollte mir mal ein schönes Makrobild gelingen, sollte es auch als DinA4 ausdruckbar sein.
Was meinst Du, reichen 5 Mio?

bzw. reicht das 35-140 der Canon?
Drauf kommt dann eh eine Canon 250D Nahlinse, also in beiden Fällen

freu mich auf einen kleinen Tipp ;-)

Gruß
Tobias
maik
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Beitragvon maik » 19. Nov 2005, 15:59

Hi Tobias,

mach Dir keine Sorgen um die Pixelzahl. Das wird völlig überbewertet. Für Prints ist die Auflösung pro Dimension x/y entscheidend in dpi, und um die zu verdoppelt müßte man die Pixelzahl vervierfachen. Dabei werden die Pixel bei gegebener Sensorgröße entsprechend kleiner und das Rauschen steigt an, siehe Panasonic FZ30. Für höhere Auflösungen bei akzeptablem Rauschen brauchst Du größere Sensoren. Ein "magischer" Wert sind 6x6 Mikrometer pro Pixel, die nicht unterschritten werden sollten.

Meine Coolpix 950 hatte 2 MPixel. Ich hab davon sehr schöne A4 Prints gemacht. Mit 4-6 MPixel hast Du genug Reserven auch für größere Prints. Und für andere Zwecke als große Prints sind 2 MPixel sowieso ausreichend. Ein guter Beamer z.B. brings auch nicht auf mehr als 0.7 bis 1.4 MPixel.

Ich habe mal die Pressefotografen beobachtet, die hier in Erlangen unterwegs sind. Die verwenden eine Nikon D1, die hat 2.7 MPixel. Nikons aktuelles Highspeed-Modell D2Hs hat 4 MPixel. Na und? Die Bilder sind perfekt.

Außerdem muß die Optik auch mithalten. Für eine DSLR mit 12 oder 16 MPixel brauchst Du auch sündhaft teure Gläser, die überhaupt optisch in der Lage sind, die feinen Details aufzulösen.

Meine Coolpix 990 jetzt hat 3.3 MPixel. Ich hab kein Bedürfnis nach mehr. Die D70 hat 6 MPixel, reicht mir völlig. Ich träume derzeit von der angekündigten D200, aber die 10.8 MPixel sind mir eigentlich schon zuviel, ich müßte da rundherum aufrüsten an Speicherkarten sowie RAM, CPU und Storage in der Nachbearbeitung, damit der Workflow flüssig bleibt.

Also ich finde 5 MPixel völlig ausreichend und sogar recht angemessen für Kompaktkameras. 8 MPixel ist da einfach zuviel für die kleinen Sensoren. Viel wichtiger fände ich, mal Makros außer Acht, daß der Weitwinkelbereich bei höchstens 28mm beginnt, nicht erst bei 35 oder gar 38mm. Noch besser wär 24mm. DAS erweitert die Einsatzmöglichkeiten, nicht die Pixelzahl. Im Telebereich würden mir 200mm bei der Kompakten reichen. Ich versteh nicht, wieso die keine 28-200mm Kameras bauen.

Maik
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Beitragvon TobyK » 19. Nov 2005, 19:05

hallo maik
es gibt schon kleine 28-200er prosumer
die canon pro1, hat 8 mio pixel und kostet ca. 525 euro

aber aus deinen angaben oben schließe ich, dass die sony h1 für ihre 350 euro für mich wohl ideal wäre
leider geht bei der auch der brennweitenbereich von 36-432

die canon g6 gefällt mir auch, die hat 35-140, dafür 7 mio pixel für 500 euro
und die nikon 8700 schließlich 35-280 und 8 mio pixel für 420 euro

kann mich nicht entscheiden

ciao
tobias
maik
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Beitragvon maik » 19. Nov 2005, 22:22

Hi Tobias,

ich kenne die angesprochenen Kameras alle nicht aus eigener Anschauung, kann mich nur grundsätzlich äußern. Ich hab auch nur dpreview.com zur Verfügung, um die Kameras zu beurteilen, die ich noch nicht selber in der Hand hatte.

Ich kann nur nochmal wiederholen, ich würde mir nie wieder eine Kamera kaufen, die nicht auf 28mm oder noch weniger kommt. Die Sony R1 zum Beispiel hat 24-120mm, das finde ich super. Im Weitwinkelbereich zählt jeder Millimeter! Mit 35mm kann man sich Innenräume und Architektur ziemlich vergessen. Wenn das Tele nicht ausreicht, kann man oft versuchen, näher ran zu kommen. Wenn das Weitwinkel nicht ausreicht, ist der Ofen aus. Übrigens sind viele Makromotive als Weitwinkel besonders spannend: die Kameras haben im Weitwinkelbereich eine besonders kurze Naheinstellgrenze, da kann man sehr nah an ein Objekt ran und trotzdem im Hintergrund die Umgebung erfassen. Das sind gestalterische Möglichkeiten, auf die ich nie mehr verzichten würde.

Wenn das alles eine Preisfrage ist - ein 105mm Makroobjektiv für die DSLR, z.B. Sigma 2,8/105, kostet allein schon 370 Euro. Dafür kriegst Du bei Kompakten die ganze Kamera.

Maik
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Beitragvon matthifant » 19. Nov 2005, 22:27

Hallo Tobias,
die H1 ist aus meiner Sicht eine tolle Kamera, aber keine Prosumer ;-)
Man kann mit so einer Superzoomkamera und mit einer Canon 250D Makrolinse klasse Makos machen (aber das hatten ich und andere Dir ja schon in den zahlreichen threads mitgeteilt, die Du bei digitalkamera aufgemacht hast ....).
Was ich selber bei meiner Oly C770 mit am meisten vermisse, ist die Möglichkeit am Objektiv über einen mechanischen Ring Zoom und vor allem Schärfe einstellen zu können. Das mit der Wippe bei manueller Scharfstellung ist halt wirklich nicht so prickelnd, und Autofokus kannst Du bei Makros in der Regel (oder zumindest sehr oft) leider vergessen. Aber der Autofokus bei der H1 soll ja sehr gut sein.
Lieben Gruss, Matthias.
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Beitragvon martin » 7. Dez 2005, 16:18

ich bin zwar (noch) kein Makrospezialist und bin auch lieber mit meiner XD7 unterwegs, wegen der fehlenden manuellen scharftellung kann ich die minolta a1 empfehlen, de eine manuelle Scharfstellung und Zoom hat. Diese arbeitet wirklich manuell und nicht wie bei anderen Herstellern elektronisch abgetastet. mal anschauen, vielleicht gefällt sie ja.
viele Grüße martin
www.blackforesthiking.de
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Beitragvon Toni » 13. Apr 2006, 21:10

Hallo & Willkommen im Makro-Forum, Lobob!

Ich fang mal mit einem Zitat von dir an :)

Eine digitale Spiegelreflexkamera ….- nicht das ideale Werkzeug. Undzwar allein aufgrund der Tasache das ich beim Fotografieren an sich nur den Sucher benutzen kann.

Ich bin etwas verwundert, dass jemand, der so lange mit einer SLR fotografiert hat wie du, dem optischen Sucher nicht hinterher trauert. Den Sucher einer SLR / D-SLR empfinde ich als einen der grössten Vorteile gegenüber Sucherkameras.
Zu Analogzeiten hatte ich ebenfalls eine SLR. Habe mit dieser aber nie im Makrobereich gearbeitet. Beim Wechsel auf eine digitale Sucherkamera mit Schwenkmonitor empfand ich dieses, genau wie du, als optimal für die Makrofotografie. Hätt ich damals an meiner SLR ein Makroobjektiv gehabt, dann hätt ich dies bestimmt anders gesehen. Heute jedenfalls, könnte ich nicht mehr ohne Sucher.
Solltest du schon zu Analogzeiten im Makrobereich gearbeitet haben, kann ich deine Ansicht leider nicht nachvollziehen.

Einen manuellen Fokus habe ich bisher noch nicht so richtig vermisst denn ich lasse den Autofokus beliebig einstellen, halte die Einstellung (mit halb gedrücktem Auslöseknopf) fest und wähle dann den gewünscheten Schärfepunkt durch Bewegen der Kamera.

Kann man sicher so machen.
Wenn man aber die Schärfeebene minimal verlagern möchte, reicht bei einer SLR eine leichte Drehung, ohne neu zu schwenken und fokussieren zu müssen. Auch die Lage der Schärfeebene läst sich bei einer SLR viel besser erkennen und korrigieren.

Viele Insekten (vor allem die ganz scheuen) sitzen doch oft weiter weg und lassen sich nur mit ausgestrecktem Arm Fotografieren und das geht eben nur übers Display.

Auch wenns jetzt abwertend klingt, aber das ist für mich knipserei und ich behaupte mal, das sich die Unterschiede zur "Fotografie" erkennen lassen.

Eine digitale Spiegelreflexkamera mag zwar viel her machen, ist in meinen Augen aber - noch - nicht das ideale Werkzeug.


Das ist der Grund, warum ich antworte.
Nicht weil ich eine teure Investion rechtfertigen möchte, sondern weil die Aussage, aus meiner Sicht, nicht richtig ist.
Gemessen an dem, was der Markt heute zu bieten hat, zeigt eine D-SLR mehr Vorteile in der Makrofotografie, als eine Prosumer-Kamera.
Allzeit gut Licht, wenig Wind und schöne Motive!
Gruss Toni
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Beitragvon Knut » 15. Apr 2006, 01:51

Bis vor kurzem hätte ich lobob ziemlich vorbehaltlos zugestimmt, da ich alle! meine Makros nur über das Display gemacht habe. Weil es aber im Kompaktlager leider keine Kamera gab, die als adäquater Nachfolger meiner Canon G3/Zörk Macroscope Kombination in Betracht kam, habe ich den Sprung ins DSLR (und damit Sucher-) Lager gewagt.
Meine bisherigen (wenngleich noch relativ kurzen) Erfahrungen haben mich vom Saulus zum Paulus werden lassen: Die Fokussierung per Sucher ist (zumindest im Extremmakrobereich) sehr angenehm. Schwierige Aufnahmesituationen lassen sich mittels eines Winkelsuchers beheben. Na ja und die angesprochenen "Langarmaufnahmen" habe ich in meinen 3 Jahren intensiver Insektenmakrofotografierzeit (welch ein Wort) nicht ein einziges Mal praktiziert.
Gewonnen habe ich aber dafür eine excellente Bildqualität, einen sehr schnellen Autofokus, die Möglichkeit Wechselobjektive zu nutzen und vor allem -und dies war für mich einer der Hauptgründe- mit dem Canon Lupenobjektiv MP-E 65 ein herausragendes Objektive für Extremmakros. Eine Ameise formatfüllend mit perfektem Fokus auf den (deutlich sichtbaren!) Facettenaugen in A3+ tauglicher Qualität kann IMO mit keiner aktuellen Kompaktkamera realisiert werden.

Gruß
Knut
aktuelle Makroausrüstung: Canon 5D, MP-E 65 Lupenobjektiv, Tamron 90/2.8, MT-24ex Makroblitz, Zörk Macroscope, Kenko 1.4 Telekonverter

http://www.insektenmakros.de

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