Nicrophorus vespillo - Gemeiner Totengräber

Eine sehr kleine Gruppe mit unter 300 Arten weltweit und 22 Arten in Deutschland. Viele - aber nicht alle - fressen an Aas. Der Körper ist oft mehr oder weniger deutlich abgeplattet und meist dunkel, wobei auch farbige Zeichnungselemente dominieren können. Familientypisch ist das recht große Schildchen, welches oft so breit wie der Kopf ist. Viele Arten üben ein sehr ausgeprägtes Brutpflegeverhalten aus.

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Nicrophorus vespillo - Gemeiner Totengräber

Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18

Nicrophorus vespillo - Gemeiner Totengräber



Familie:
FAMILIE
Gattung:
GATTUNG
Art:
ART







Wissenswertes:
Totengräber ernähren sich in allen Lebensstadien von Aas, Kot und anderen verwesenden organischen Materialien. Dabei haben sie ein bemerkenswertes Verhaltensrepertoire herausgebildet. Sobald der Kadaver eines kleinen Tieres gefunden wurde, werden über chemische Duftstoffe Artgenossen angelockt. So kann direkt am Aas die Paarbildung vollzogen werden. Hat sich ein Paar gefunden, werden alle weiteren Artgenossen vom Kadaver vertrieben. Im Folgenden wird in mühevoller Arbeit der gesamte Kadaver als Schutz vor Konkurrenz unter die Erde gebracht, wobei das Fell vorher entfernt wird.
Im sogenannten Muttergang, einem Seitengang der unterirdischen Nahrungskammer (Krypta), legt das Weibchen nur etwa 10 Eier. Sobald die Larven geschlüpft sind, werden sie mehrfach in der Stunde mit einem vorverdauten Nahrungsbrei gefüttert, den das Weibchen direkt am Kadaver mit Hilfe von Verdauungssäften bereits im Vorfeld produziert hat. Die Fütterungen werden häufig auch vom Männchen ausgeführt, womit der gemeine Totengräber ein nahezu einzigartiges Verhalten unter den Insekten zeigt. Erst nach der dritten Häutung beginnen sich die Larven selbstständig vom Kadaver zu ernähren. Bereits eine Woche nach dem Schlupf verpuppen sie sich, um innerhalb von weiteren 2 Wochen die Entwicklung zum Käfer abzuschließen. Oft können zwei Generationen pro Jahr entwickelt werden. Während die erste Generation den Winter als Vollinsekt übersteht, verharrt die zweite Generation meist bis zum Frühjahr im Puppenstadium.
Merkmale:
Der Gemeine Totengräber ist in der Grundfarbe schwarz, zeigt aber eine mehr oder weniger stark ausgeprägte orange-rote Bänderung auf den Flügeldecken. Selten kommen auch ganz schwarze Tiere vor. Zudem ist die Fühlerkeule bis auf das erste dunkle Glied ebenfalls orange, was diese Art von dem ähnlichen schwarzkolbigen Totengräber unterscheidet. Die gebogenen Schiene der Hinterbeine sind ein anderes wichtiges Merkmal der Art. Die Flügeldecken bedecken nur gut die Hälfte des Hinterleibes. Auf den Segmenten des Hinterleibes, am Vorderrand des Halsschildes und ebenso vereinzelt auf den Flügeldecken und Beinen tritt oft eine gelbliche Behaarung auf. Die Käfer können zwischen 1 und fast 2,5 cm lang werden.
Verwechslungsarten:
Beim ähnlichen Schwärzhörnigen Totengräber (Nicrophorus vespilloides) sind die Fühler vollkommen schwarz. bei den anderen Arten mit roten Fühlerkolben, wie N. fossor, N. investigator und N. sepultor sind die Schienen der Hinterbeine nicht gebogen, sondern gerade.
Lebensraum:
Der gemeine Totengräber kommt auf der gesamten Nordhalbkugel nördlich bis ins südliche Norwegen vor. So ist er nicht nur in Europa einschließlich der britischen Inseln, sondern auch in Nordamerika und Asien zu finden. Hier besiedelt er vor allem offene Lebensräume wie Wiesen, Parks, Gärten aber auch Waldwege und Lichtungen.
Aktivitätsmaximum:
April bis Oktober
Gefährdung:
Die Art ist nicht gefährdet und regelmäßig zu finden.
Besonderheiten:
Totengräber sind nicht selten in Gesellschaft von Milben anzutreffen, mit denen sie in Symbiose leben. Der Käfer stellt für die Milben ein Transportmittel dar (Phoresie), mit dem sie leicht zu ihren Nahrungsquellen gelangen können. Die Milben ernähren sich in erster Linie von den Eiern und Larven von Fliegen, die am Kadaver in direkte Nahrungskonkurrenz zu den Totengräbern und seinem Nachwuchs treten würden.


Artbeschreibung: Ajott (AGEID6829)





Fotograf:
Corela (AGFID4507)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Rheinland
vorgefundener Lebensraum:
x
Aufnahmedatum:
30.04.2013
Dateianhänge
20130430_0068_1634_kopie_153.jpg (466.35 KiB) 302 mal betrachtet
20130430_0068_1634_kopie_153.jpg
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Beitragvon Artengalerie » 10. Jul 2019, 21:50







Fotograf:
jo_ru (AGFID9706)
Originalbeitrag:
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Saarland
vorgefundener Lebensraum:
trockene Wiese
Aufnahmedatum:
23.07.2018
Zusatzinformation:
In dieser Aufnahme sind die gebogenen Hintertibien gut zu erkennen, die den Gemeinen Totengräber von anderen rotkolbigen Arten unterscheiden.
Dateianhänge
Kamera: Canon EOS 80D
Objektiv: Canon EF100mm f/2.8L Macro IS USM @ 100mm
Belichtungszeit: 1/3.33333333333s + 4/3
Blende: f/8
ISO: 800
Beleuchtung: AL (ca. 21:30)
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): RAW
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe): 0
Stativ: Rollei CT-5A
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Aufnahmedatum: 23.07.2018
Region/Ort: Saarland
vorgefundener Lebensraum: trockene Wiese
Artenname: gemeiner Totengräber
NB
sonstiges:
IMG_0082_rs.JPG (262.36 KiB) 65 mal betrachtet
IMG_0082_rs.JPG
Zuletzt geändert von Ajott am 10. Jul 2019, 21:48, insgesamt 2-mal geändert.

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