Metamorphose, Häutungen u. achtsames Fotografieren

Sammlung der Beiträge auf der Startseite
Benutzeravatar
Werner Buschmann
Makro Team
Makro Team
Beiträge: 60146
Registriert: Do Mai 25, 2006 16:35
alle Bilder
Wohnort: Hessen
Vorname: Werner

Metamorphose, Häutungen u. achtsames Fotografieren

Beitragvon Werner Buschmann » Sa Apr 29, 2017 20:15

Metamorphose, Häutung und achtsames Fotografieren

Bild
Danke an Karl (fossilhunter) für sein Bild einer Gelbbauchunken Kaulquappe

Metamorphose und Häutung: Basisinformation
Als Metamorphose bezeichnet man die Abwandlung eines Tieres im Laufe seiner individuellen Entwicklung. Diese Umwandlung kann sowohl die Lebensweise, Funktionen, aber vor allem natürlich die Gestalt und das Aussehen betreffen. Die wohl bekanntesten Beispiele finden wir in der Welt der Amphibien und der Insekten.

Bei den Lurchen (Amphibien): Aus dem Laich schlüpft eine Kaulquappe, eine "Larve", die mit Kiemen an das Leben im Wasser angepasst ist. Nach der Metamorphose zum erwachsenen Lurch werden die Kiemen durch Lungen ersetzt, die Lebensweise verändert sich meist zwangsläufig.

Bei Insektenmetamorphosen sind grob zwei Varianten zu unterscheiden:

- Hemimetabole Metamorphose (Unvollkommene Verwandlung): Frisch aus dem Ei geschlüpfte Jungtiere gleichen im Wesentlichen bis auf die Proportionen ihren Eltern. Von einem Larvenstadium zum nächsten (von Häutung zu Häutung) entwickeln sich die Geschlechtsorgane und bei geflügelten Formen auch die Flügel. (Heuschrecken, Wanzen, Libellen, Schaben u.a.)

Bild
Danke an Silvio (rincewind) für seine Bilder. Sie zeigen eine Hemimetabole Metamorphose - Aeshna cyanea.

- Holometabole Metamorphose (Vollkommene Verwandlung): Hier sehen die Larvenstadien völlig anders aus als die adulten Tiere. Nach einem Eistadium und darauffolgenden Raupen- oder Larvenstadien (die häufig ausgeprägte Fressstadien darstellen), wird ein weiteres Stadium gesetzt in dem dann im Verlauf einer Ruhephase die Umwandlung vorbereitet wird. In diesem Puppenstadium. wird das Lebewesen völlig neu organisiert. Aus der Puppe schlüpft dann das "fertige" Insekt (Käfer, Schmetterlinge, Hautflügler, Zweiflügler)

Bild
Danke an Otto (Otto G.) für dieses Bild. Es zeigt eine Holometabole Metamorphose - Brenthis daphne.

Häutungen sind immer dann nötig, wenn ein Tier mit einem Exoskelett (Außenskelett) wachsen muss. Der starre Panzer kann sich ja nicht ausdehnen. Vor der Häutung wird eine neue Cuticula (Hautschicht) in Falten unter der alten Haut angelegt. Die alte Haut reißt auf und entlässt das Tier, das während der Häutung und kurz danach die neue Haut ausdehnen und ausweiten kann.
Bei Häutungen werden neben dem Wachstum oft viele Teile des Körpers regeneriert und erneuert. Sie stellen aber sehr problematische Abschnitte im Leben des Tieres dar, da es in dieser Phase schutzlos und verletzbar sind.

Ein Bewegen, ein Umsetzen oder auch nur eine Lageänderung kann für das Tier in dieser Situation schon zum Tod führen, da auch innere Organe Schaden nehmen können. Dies sollten wir bedenken, wenn wir z.B. schlüpfende oder frisch geschlüpfte Libellen fotografieren möchten. Hier gilt unbedingt: Abstand halten im Sinne des Insekts!!!

Danke an Jürgen Fischer für diesen Text.
Weitere interessante Beiträge findet ihr in unserer Doku-Galerie
Ich stelle den Beitrag auch ins Doku-Portal, dort kann man dann ggf. einen Beitrag einstellen oder diskutieren. Bitte Klicken!!!





Zuletzt geändert von Werner Buschmann am Fr Aug 11, 2017 15:47, insgesamt 5-mal geändert.
Ein Dank an alle aktiven Besprecher im Forum und eine ernsthafte Erinnerung
an diejenigen, die schon etwas länger die Bildbesprechungen aufschieben.


________________
Liebe Grüße Werner

Zurück zu „Startseitenbeiträge“