Hallo Christian,
für dieses absolut oberstarke Bild habe ich mir etwas Zeit gelassen. Da brauchst du echt Ruhe zum betrachten und für ein paar Worte.
Das Überwältigende an dem Foto ist die Stimmung in Kombination mit dem Kontrast durch den Nebel und den knorrigen Bäumen. Diese sind an der Zahl drei, was schon mal immer eine besondere und unerklärliche Bedeutung für den Menschen hat.
Hinzu kommt, das der erste Baum die beiden anderen von oben her einzurahmen scheint, also eine Verbindung zu den anderen auch sichtbar wird. Das ergibt eine Sicht wie durch zwei Bögen, die auch noch auf die hinteren Bäume abgestimmt sind.
Die Gesamtwirkung ist dann von der knorrigen Realität, durch die du schauen musst, durch die du gehen musst, zur Transzendenz, zum unerklärlichen im Nebel aufgelöstem. Du hast in diesem Bild damit auch eine Erwartungshaltung wiedergegeben, die jedem denkendem Wesen inne ist. Was ist dahinter, was passiert danach, wie geht es weiter.
Wen die Bilder anfangen Inhalte oder sogar einen Gehalt wieder zu geben, dann ist das natürlich eine ganz andere, erweiterte Bewußtseinsebene.
Historisch kannst du bei Ernst Ferdinand Oehme „Prozession im Nebel“ nachschauen und bei anderen. Dieses Prinzip und die Darstellung ist unglaublich interessant und auch irgendwie geheimnisvoll..
Mir ist noch etwas eingefallen, wenn es hierbei in die Richtung Kunstkritik geht. Das ist dann immer etwas mehr.
Der Künstler, also Du, versteht es als Einheit. Der Betrachter kann aber mehr sehen, nämlich auch Dualität wie sie in der gesamten Existenz, auch der der Gedanken vorkommt. Der große, überspannende Bogen vom knorrigen Ersten vereint, aber er läßt dem Betrachter auch die Wahl mit seinen zwei einzelnen Bögen. Durch welchen Du hindurch gehst, kann über alles entscheiden, rote Pille oder blaue, Leben oder Tod. Du kannst alles sehen, aber du brauchst Kenntnis, um dahinter in die Transzendenz eintauchen zu können. Diese Entscheidung offeriert Dir ein einsamer, knorriger Baum, der mehr Kenntnis und Wissen hat, und der Dich hinüber bringen kann, wie der Fährmann über den Styx.
PS Es gibt, gerade in jüngster Zeit zu bemerken, viele Empfindlichkeiten, für die ich volles Verständnis habe. Aber dennoch eine Erklärung. Kunstkritik bedeutet nicht, dass ich Christians exzellentes Werk negativ kritisiert habe. Das ist ein absolutes Highlight, ein Kunstwerk, welches zu interpretieren eine Freude ist.
Einheit
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nob300 hat geschrieben:Quelltext des Beitrags Hallo Christian,
für dieses absolut oberstarke Bild habe ich mir etwas Zeit gelassen. Da brauchst du echt Ruhe zum betrachten und für ein paar Worte.
Das Überwältigende an dem Foto ist die Stimmung in Kombination mit dem Kontrast durch den Nebel und den knorrigen Bäumen. Diese sind an der Zahl drei, was schon mal immer eine besondere und unerklärliche Bedeutung für den Menschen hat.
Hinzu kommt, das der erste Baum die beiden anderen von oben her einzurahmen scheint, also eine Verbindung zu den anderen auch sichtbar wird. Das ergibt eine Sicht wie durch zwei Bögen, die auch noch auf die hinteren Bäume abgestimmt sind.
Die Gesamtwirkung ist dann von der knorrigen Realität, durch die du schauen musst, durch die du gehen musst, zur Transzendenz, zum unerklärlichen im Nebel aufgelöstem. Du hast in diesem Bild damit auch eine Erwartungshaltung wiedergegeben, die jedem denkendem Wesen inne ist. Was ist dahinter, was passiert danach, wie geht es weiter.
Wen die Bilder anfangen Inhalte oder sogar einen Gehalt wieder zu geben, dann ist das natürlich eine ganz andere, erweiterte Bewußtseinsebene.
Historisch kannst du bei Ernst Ferdinand Oehme „Prozession im Nebel“ nachschauen und bei anderen. Dieses Prinzip und die Darstellung ist unglaublich interessant und auch irgendwie geheimnisvoll..
Mir ist noch etwas eingefallen, wenn es hierbei in die Richtung Kunstkritik geht. Das ist dann immer etwas mehr.
Der Künstler, also Du, versteht es als Einheit. Der Betrachter kann aber mehr sehen, nämlich auch Dualität wie sie in der gesamten Existenz, auch der der Gedanken vorkommt. Der große, überspannende Bogen vom knorrigen Ersten vereint, aber er läßt dem Betrachter auch die Wahl mit seinen zwei einzelnen Bögen. Durch welchen Du hindurch gehst, kann über alles entscheiden, rote Pille oder blaue, Leben oder Tod. Du kannst alles sehen, aber du brauchst Kenntnis, um dahinter in die Transzendenz eintauchen zu können. Diese Entscheidung offeriert Dir ein einsamer, knorriger Baum, der mehr Kenntnis und Wissen hat, und der Dich hinüber bringen kann, wie der Fährmann über den Styx.
PS Es gibt, gerade in jüngster Zeit zu bemerken, viele Empfindlichkeiten, für die ich volles Verständnis habe. Aber dennoch eine Erklärung. Kunstkritik bedeutet nicht, dass ich Christians exzellentes Werk negativ kritisiert habe. Das ist ein absolutes Highlight, ein Kunstwerk, welches zu interpretieren eine Freude ist.
Hallo Norbert,
ich danke Dir dafür, dass Du dieses Bild auch gedanklich so intensiv betrachtet
hast.
Deine Ausführungen sind für mich sehr interessant, da sie Gedankenspiele
beinhalten, die ich weder beim Fotografieren noch beim Nachbearbeiten so in meinem
Kopf hatte.
Mir ist aufgefallen, dass Du Bilder häufig mit Zitaten aus der Kunstgeschichte
oder mit Vergleichen mit Künstlern unterlegst.
Das finde ich erstens sehr erstaunlich, zweitens zeigt es mir aber auch, wie sehr
Du Dich mit Kunst beschäftigst. Du scheinst da eine ziemliche Leidenschaft zu
besitzen. Ich wünsche Dir und auch mir, dass das noch öfter durch Deine Kommentare zu bemerken ist.
Ich glaube, ich lerne durch Deine Kommentare eine Sichtweise kennen, die mich interessiert.
Danke für Deine wertschätzende Art
Liebe Grüße
Zuletzt geändert von Christian Zieg am 23. Okt 2022, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.
Ihr findet meine Fine-Art Bilder bei einem zu einem "sozialen Netzwerk" gehörigen Bilder-Netzwerk, mit meinem Namen, der meinem Usernamen hier entspricht, nachdem ein Punkt kommt und dann das Wort "fineart"
Schaut mal rein auf die Webseite des Fotoclubs meiner Heimat im Odenwald. www.fotoclub-reichelsheim.de
Die Möglichkeiten der deutschen Grammatik können einen, wenn man sich darauf, was man ruhig, wenn man möchte, sollte, einlässt, überraschen
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Die Möglichkeiten der deutschen Grammatik können einen, wenn man sich darauf, was man ruhig, wenn man möchte, sollte, einlässt, überraschen
- piper
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- Vorname: Ute
Einheit
Hallo Christian,
mir gefällt es auch sehr gut.
Nicht nur die Ausarbeitung, auch die
Perspektive und den Aufnahmewinkel
finde ich sehr schön.
mir gefällt es auch sehr gut.
Nicht nur die Ausarbeitung, auch die
Perspektive und den Aufnahmewinkel
finde ich sehr schön.
Liebe Grüße Ute
Die Freude am Kleinen ist die schwierigste Freude, denn es gehört ein großes Herz dazu.
Rainer Maria Rilke
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