Toni hat geschrieben:Dano hat geschrieben:Weil du damit den Abbildungsmaßstab, [also die] Größe das Objektes änderst.
Ist das richtig?
Ja, das ist richtig. Dano hat recht.
Toni hat geschrieben:Also bei IF-Objektiven ist das sicher so (Brennweitenverkürzung), aber auch bei den Standard-Objektiven?
Da bist du auf dem Holzweg. Der Abbildungsmaßstab hängt ab vom Verhältnis zwischen Bildweite und Brennweite. Und dieses Verhältnis ändert sich bei Fokussierung am Objektiv auf jeden Fall -- einerlei, ob das Objektiv auszugs-, innen- oder gemischt fokussiert ist. Es ist nicht möglich, mit der Schärfeebene durch die Tiefe eines Motivraumes zu fahren und dabei alles außer der Schärfelage absolut konstant zu lassen. Je nach Fokussierungsmethode ändern sich immer einer oder mehrere der folgenden Punkte: Abbildungsmaßstab in fixen Entfernungen, Abbildungsmaßstab in der jeweiligen Schärfeebene, Bildausschnitt, Bildwinkel, Perspektive. Je nach Maßstabsbereich muß diejenige Fokussierungmethode gewählt werden, bei der die Änderungen minimal sind und am wenigsten stören. Und das ist im Makrobereich nun einmal der Einstellschlitten.
Toni hat geschrieben:Zudem ändert sich der Abbildungsmaßstab (auf einen fixen Punkt im Bild bezogen) auch bei Verwendung eines Einstellschlittens. Oder liege ich hier falsch?
Da hast du nun wieder recht. Aber im Makrobereich ist diese Änderung winzig klein und daher in der Praxis schlicht und einfach nicht der Rede wert. Daher ist das Verfahren mit dem Einstellschlitten hier die Fokussierungsmethode der Wahl.
Wollte man aber die "Schärfestapelung" auch im Fernbereich einsetzen, dann wären die notwendigen Kameraverschiebungen vergleichsweise riesengroß, und dann spielten sie sehr wohl eine Rolle ... desgleichen die mit den Verschiebungen der Kamera einhergehenen Änderungen der Perspektive. Daher würde man im Fernbereich die Kamera an einem Ort stehenlassen und stattdessen mit der Objektivfokussierung arbeiten. Denn im Fernbereich sind es die Bildweiten- bzw. Brennweitenänderungen, die winzig klein sind und daher in der Praxis keine Rolle spielen. Außerdem braucht man im Fernbereich gewöhnlich höchstens zwei oder drei Aufnahmen, nicht 10, 20 oder 40 wie im Makrobereich.
-- Olaf