Stacking - wie erhöhe ich die Tiefenschärfe

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Toni
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Beitragvon Toni » 17. Mär 2007, 22:51

junior hat geschrieben:warum fokussierst du das "Objekt der Begierde" nicht einfach immer ein Stück weiter hinten (ohne deinen Schlitten zu bewegen oder überhaupt einen zu benutzen) ?

Dano hat geschrieben:weil du damit den Abbildungsmasstab, Grösse das Objektes änderst.


Ist das Richtig?
Also bei IF Objektiven ist das sicher so (Brennweitenverkürzung), aber auch bei den Standard Objektiven?
Zudem ändert sich der Abbildungsmaßstab (auf einen fixen Punkt im Bild bezogen) auch bei Verwendung eines Einstellschlittens.

Oder liege ich hier falsch?
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Gruss Toni
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Danijel
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Beitragvon Danijel » 17. Mär 2007, 23:38

Hallo Toni,

bei meinem Nikon 105 ist es so - da würde sich der Abbildungsmasstab ändern - zumal wenn ich bei 1:1 bin ich nicht mehr weiterfokussieren kann, ausser mit Einstellschlitten. Ich bin jetzt nicht der 100% ig in dem Bereich belesene Mensch, doch gehe ich davon aus, das wenn die Kamera an Punkt x fixiert stehenbleibt und ich auch am Standardobjektiv drehe sich die Objektgrösse ändern würde da weiter entfernt.
Das sollte aber dem Stackingprogramm und dessen Ergebnis zuliebe vermieden werden.

Wir dürfen auch nicht einen fixen Punkt berücksichtigen. Sicherlich erscheint der grösser aber deutlich unscharf. Für das Stacking interessieren aber nur die scharfen Bereiche des Raumes - die paar mm Schärfenebene des Raumes, und die sollten zusammenpassen.

Ich gehe hier auch nur von meiner Ausrüstung aus - bin jedoch immer bereit dazuzulernen.

Grüsse Danijel
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Replicant
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Beitragvon Replicant » 18. Mär 2007, 09:46

hallo danijel....

danke für deine erläuterungen, da hat man mal was zum probieren, wie heute bei regenwetter....
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Beitragvon 01af » 18. Mär 2007, 14:00

Toni hat geschrieben:
Dano hat geschrieben:Weil du damit den Abbildungsmaßstab, [also die] Größe das Objektes änderst.
Ist das richtig?

Ja, das ist richtig. Dano hat recht.


Toni hat geschrieben:Also bei IF-Objektiven ist das sicher so (Brennweitenverkürzung), aber auch bei den Standard-Objektiven?

Da bist du auf dem Holzweg. Der Abbildungsmaßstab hängt ab vom Verhältnis zwischen Bildweite und Brennweite. Und dieses Verhältnis ändert sich bei Fokussierung am Objektiv auf jeden Fall -- einerlei, ob das Objektiv auszugs-, innen- oder gemischt fokussiert ist. Es ist nicht möglich, mit der Schärfeebene durch die Tiefe eines Motivraumes zu fahren und dabei alles außer der Schärfelage absolut konstant zu lassen. Je nach Fokussierungsmethode ändern sich immer einer oder mehrere der folgenden Punkte: Abbildungsmaßstab in fixen Entfernungen, Abbildungsmaßstab in der jeweiligen Schärfeebene, Bildausschnitt, Bildwinkel, Perspektive. Je nach Maßstabsbereich muß diejenige Fokussierungmethode gewählt werden, bei der die Änderungen minimal sind und am wenigsten stören. Und das ist im Makrobereich nun einmal der Einstellschlitten.


Toni hat geschrieben:Zudem ändert sich der Abbildungsmaßstab (auf einen fixen Punkt im Bild bezogen) auch bei Verwendung eines Einstellschlittens. Oder liege ich hier falsch?

Da hast du nun wieder recht. Aber im Makrobereich ist diese Änderung winzig klein und daher in der Praxis schlicht und einfach nicht der Rede wert. Daher ist das Verfahren mit dem Einstellschlitten hier die Fokussierungsmethode der Wahl.

Wollte man aber die "Schärfestapelung" auch im Fernbereich einsetzen, dann wären die notwendigen Kameraverschiebungen vergleichsweise riesengroß, und dann spielten sie sehr wohl eine Rolle ... desgleichen die mit den Verschiebungen der Kamera einhergehenen Änderungen der Perspektive. Daher würde man im Fernbereich die Kamera an einem Ort stehenlassen und stattdessen mit der Objektivfokussierung arbeiten. Denn im Fernbereich sind es die Bildweiten- bzw. Brennweitenänderungen, die winzig klein sind und daher in der Praxis keine Rolle spielen. Außerdem braucht man im Fernbereich gewöhnlich höchstens zwei oder drei Aufnahmen, nicht 10, 20 oder 40 wie im Makrobereich.

-- Olaf
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Beitragvon Frank Divossen » 18. Mär 2007, 14:16

Hallo Danijel,

danke für Deinen Workflow. Das kann ich mal bei Gelegenheit ausprobieren.
Ich schlafe nur einmal im Jahr

Liebe Grüße

Frank
Gustav
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Beitragvon Gustav » 21. Mär 2007, 12:44

habe diese stacking Methode vor ein paar Tagen probiert mit 9 Bildern... siehe Makro: Orchidee einmal anders ...
Gruß,
Gustav

edit Junior : @Gustav ... ich habe mal nen Link zu deiner stacking Orchidee gemacht ;)
Stuessi
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Beitragvon Stuessi » 22. Mär 2007, 15:22

Hallo,

als Neuer hier möchte mich kurz vorstellen:
Ich fotografiere seit ca. 55 Jahren, davon seit 2 Jahren mit einer DSLR.
Fotoobjekte sind zur Zeit meine Enkel, aber ich interessiere mich auch für Makro-, Astro- und Technik der Fotografie.
Vor einigen Tagen habe ich mich mit Stacking beschäftigt. Bewegt habe ich in diesem Beispiel das Objekt.
BildBild
Da die Schärfentiefe eine wichtige Rolle spielt, habe ich ein Diagramm gezeichnet, aus dem man schnell die Schärfentiefe in Abhängigkeit von der eingestellten Blende für den Nah- und Makrobereich entnehmen kann.
Bild

Gruß,
Stuessi
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Beitragvon gaston31 » 23. Mär 2007, 18:58

hallo danijel,
vielen dank für diesen informativen beitrag.
das proggi scheint ja eine gute alternative zu helicon focus zu sein
Nikon D1 ,55mm Micro ,Manfrotto 075 mit Ausleger, SB-28DX uvm.

MfG


Michael
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Beitragvon x-cite » 4. Apr 2007, 16:38

hi Danijel

Vielen danke für deinen super post über dieses Thema !!
Ist sehr interessant.

Gurß andi
Canon Digital | Sigma 150 2.8 |
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Reinold
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Beitragvon Reinold » 4. Apr 2007, 20:52

Hallo Dano,
gibst ein solches Tool auch für Mac OS X? Wir Gafiker "lieben" Mac!

Gruss Reinold

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