Einen fetten Strich durch die Rechnung ...

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der_kex
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Einen fetten Strich durch die Rechnung ...

Beitragvon der_kex » 7. Aug 2012, 12:41

... machte mir der kleine Störenfried (Minikäfer) samt Ansitz bei dieser
Aufnahme.

Die männliche Gelbe Keiljungfer (Gomphus simillimus) war in der Frühe
aus den Tiefen des Dornengebüschs geklettert, in welchem es offen-
sichtlich tief unten genächtigt hatte.
So oft bekommt man nicht die Gelegenheit, diese Art zu finden und eine
Frontale zu schießen. Doch die kleinste Bewegung hätte hier den Abflug
der seltenen Libelle forciert. Daher ließ ich die Rispe samt Käfer im Bild
und mir dadurch die Gestaltung verhageln.
Im Nachhinein betrachtet ist es irgendwie auch ein Gag, dennoch weiß
ich nicht so recht ob ich lachen oder weinen soll. Daher grinse ich ein
wenig hilflos und freue mich über die Begegnung mit der Keiljungfer.

Bin gespannt, welche Art Tränen ihr dabei in den Augen habt, oder
ob euch das Bild vielleicht einfach nur kalt lässt.
Dateianhänge
Kamera: Canon EOS 40D
Objektiv: Canon 100mm Makro
Belichtungszeit: 1/125
Blende: F5
ISO: 200
Beleuchtung: NT
Aufnahmedateiformat (JPG)
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe): 10/10
Stativ: freihand
---------
Aufnahmedatum: 27.05.2012
Region/Ort: Bompas bei Perpignan / Roussillon, Südfrankreich
Lebensraum: Gebüsch Flussaue
Artenname: Gomphus simillimus (Gelbe Keiljungfer)
NB
sonstiges: Männchen
Gomphus simillimus_m_frontal_IMG_9300a.jpg (394.41 KiB) 471 mal betrachtet
Gomphus simillimus_m_frontal_IMG_9300a.jpg
Liebe Grüße,
Christian
olyholli
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Beitragvon olyholli » 7. Aug 2012, 12:49

Hallo Christian,

eine tolle Aufnahme, mit einer klasse Schärfe. Gestalterisch wäre es natürlich ohne Rispe und Käfer optimal gewesen und der Ehrgeitz lässt uns ja auch immer nach dem Optimum streben. Doch so ist es eine Aufnahme von hoher Qualität mit einem gewissen Schmunzelfaktor. Mir gefällt sie jedenfalls auch so.

Viele Grüße, Holger
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Ayana
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Beitragvon Ayana » 7. Aug 2012, 13:01

Hallo Christian,

ich kanns absolut nachvollziehen,
hier hättest du schon die Flucht riskieren müssen,
ich neige ständig dazu diese Rispe visuell bei Seite zu rücken,
muss aufpassen dass ich nicht auf den Monitor fasse ;-))
Das ist mein Schmunzelfaktor.
Aber egal, du hast ein feines Bild von der Keiljungfer für deine Sammlung.
Beim nächsten Mal ist die Situation sicher günstiger
und du kannst die Aufnahme gegen eine andere austauschen oder auch nicht;-))
Manchmal ist ja auch das Erlebnis mit so einer Aufnahme verbunden und man mag sich deshalb nicht trennen,
auch wenns nicht perfekt ist;-))
Die Schärfe und der Bildaufbau gefallen mir sehr gut.
Gegen das natürliche Umfeld habe ich nichts einzuwenden,
wenn ja mal die blöde Rispe nicht wäre ;-))

LG
Angelika
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Beitragvon piper » 7. Aug 2012, 20:15

Hallo Christian,

so eine Chance darf man sich nicht
durch die Lappen gehen lassen :-)
Es ist immer ein Highlight für einen
Fotografen, eine seltene Art zu finden,
oder eine die man noch nie vor der Linse hatte.
So wie es mir mit der Ameisenjungfer ging.
Da nimmt man auch gern schwierige Bedingungen
in Kauf und mach Abstriche :-)
Ich hätte das Bild auch gemacht mit dem Halm.
Der Rest der Aufnahme ist sehr überzeugend
und die BG mit den Blättern hast Du sehr gut
gelöst.
Liebe Grüße Ute

Die Freude am Kleinen ist die schwierigste Freude, denn es gehört ein großes Herz dazu.
Rainer Maria Rilke
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Beitragvon Freddie » 7. Aug 2012, 20:35

Hallo Christian,

dein Bild samt Text ist unterhaltsam.
Was ich aber nicht verstehe: Du hättest doch nach den ersten Bildern den Halm beseitigen können. Wäre die Libelle geflüchtet, wäre es nicht schlimm gewesen, da du ja schon dieses Bild hast.
Wäre sie sitzen geblieben, hättest du neue bessere Voraussetzungen gehabt.
Meine Kritiken spiegeln nur meine persönliche Ansicht wider.
Sie sollen helfen, sind aber völlig unverbindlich und keinesfalls böse gemeint.
Alle hier von mir gezeigten Bilder dürfen ungefragt für die Artengalerie verwendet werden.
Liebe Grüße und allzeit Gut Licht, Friedhelm.

Hier könnt Ihr meine Homepage besuchen: http://freddies-makro-blog.blogspot.de/
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Beitragvon gast 22 » 7. Aug 2012, 22:47

Hallo Christian,
zu allererst finde ich es einfach angenehm solche natürlichen Aufnahmen in der Galerie zu entdecken.
Zum Bild selbst oder eben diesem "störenden Halm" so betrachte ich dieses Bild ganz anders.
Für mich verlässt hier gerade der Mechaniker (erkennbar an seinem Overall) das Flugfeld nachdem er noch den letzten Check-up am Flieger vorgenommen hat der nun zum Start freigegeben werden kann.
Somit ist hier auf jeden Fall die kleine Wanze der Hauptdarsteller und somit unverzichtbar. :yes4:
Lg Moni
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Beitragvon der_kex » 7. Aug 2012, 23:33

@Friedhelm: Zum Thema Halm beseitigen:
Diese Libellenart ist im Vergleich zu anderen Libellenarten sehr schreckhaft
und scheu, bei großer Fluchtdistanz.

Ich habe in dieser Sequenz gerade mal 7 Bilder
(+ dazwischen jeweils 8-10 im Fokus verpeilte):
Nr. 1: Noch unterhalb der Blätter
Nr. 2: Im Klimmzug nach oben
Nr. 3: Da hängt der Libellerich wie Schippe 6 am Blattrand
Nr. 4: schief auf dem Blatt, Fokus zu weit hinten
Nr. 5-7: Dieses hier (mit jeweils leicht versetztem Fokus)
Kurz darauf: Abflug
Zeitfenster zwischen Bildern 1 und 7 gut 50 Sekunden.
In Anbetracht dieser 50 Sekunden und der geringen Wahrscheinlichkeit
bei der Action der Libelle überhaupt eine scharfe Aufnahme dabei gehabt
zu haben, war an Wegschieben oder wegknipsen nicht zu denken.
Die Libelle war eben schon zu aktiv. Da muss man seine wenigen Chancen
nutzen. Nicht umsonst gibt es keine Massen an Fotos von dieser Art.

Nach dem Abflug habe ich das Männchen natürlich verfolgt (es war um einen
Busch herum geflogen) ... bis ich es fand (was mein Glück war!), flog es
nochmal kurz auf, wo es dann blöd zwischen Blättern und Zweigen saß.
Da habe ich noch eine kleine Serie, bis es weiterflog. Aber die Position war
sehr wenig günstig weil verwachsen, und die Bilder sind daher nicht so gut
(bis auf eine einigermaßen ansehnliche Draufsicht. Die gesamte Begegnung
dauerte keine 4 Minuten (inklusive Anschleichphasen).

Vielleicht kannst du es nun etwas besser verstehen ... ;-)
Liebe Grüße,
Christian

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