Monitorkalibierung für AdobeRGB

Hier seid ihr richtig, wenn ihr mehr aus euren digitalen Bildern machen möchtet.
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Monitorkalibierung für AdobeRGB

Beitragvon Tim Feddern » 5. Apr 2009, 12:11

Hallo,

ich habe einen Monitor, der nach diesem Prad-Test eine Abdeckung von 97% im AdobeRGB-Farbraum leistet.
Bis jetzt habe ich mit dem Spyder 2 kalibriert. Erstens deckt der nur den sRGB Farbraum ab und zweitens
habe ich schon einiges "schlechtes" von diesem gehört. Nun möchte ich mir ein passendes Kalibrierungsgerät
+ Software zulegen. Ich weiß auch, dass die Preise für Profis sehr schnell sehr hoch gehen können. Welche
Hard- und Software könnt ihr zum Kalibrieren von solchen Monitioren empfehlen?

Liebe Grüße
Tim
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Beitragvon Ralph Budke » 8. Apr 2009, 08:41

Hallo Tim

Wenn Du deinen Monitor zur EBV brauchst und die Bilder ins Internet stellst, solltest
Du deinen Monitor und die EBV in sRGB machen. Den das Web zeigt alle Bilder nur in
sRGB, es macht also keinen Sinn sie in Adobe RGB zu machen und sie dann ins Internet zu stellen.
Vor allen weil die Farben darunter leiden.

Adobe RGB ist nur vorteilhaft, wenn Du deine Fotos personell ausdrucken lässt, aber nicht
für die Präsentation im Web.
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Tim Feddern
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Beitragvon Tim Feddern » 8. Apr 2009, 11:19

Hallo Ralph,

danke für deine Antwort. Das war mir so nicht klar. Aber ich möchte die Bilder für Papierabzüge optimieren (fc-prints).

Grüße
Tim
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Beitragvon jendit » 8. Apr 2009, 12:05

Hallo Tim,

ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich denke mich zu erinnern, dass fc-prints (wie übrigens fast alle "Normaluser"-Druckdienste im Internet) auch nur mit jpg-Dateien und dem Farbraum sRGB arbeitet.
Eventuell mal die FAQs auf deren Webseite durchsehen.

Gruß Jens
Gruß Jens

"Wer fotografiert, lernt sehen!"
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Beitragvon Ralph Budke » 8. Apr 2009, 12:22

Tim, hier muss ich Jens recht geben, auch der fc - Print ist in sRGB
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Beitragvon Tim Feddern » 8. Apr 2009, 14:53

Hallo ihr beiden,

ich glaube einen "Gegenbeweis" gefunden zu haben:
Die Kamera fotografiert z.B. im Farbraum Adobe-RGB. Der Monitor kann die spezifischen Adobe-Farben in einem
farbmanagementfähigen Programm wie Photoshop auch so anzeigen. Allerdings muss er dazu kalibriert und profiliert
sein. Ansonsten ist nicht gesichert, dass das Rot der Kamera auch so auf dem Monitor dargestellt wird. Das Kalibrieren
und Profilieren macht der fotocommunity Squid oder auch andere hardwarebasierte Kalibrierungslösungen.
Unser d-lab kann auch Adobe-RGB ausbelichten. Allerdings muss es Adobe-RGB mitgeteilt bekommen.

http://www.fc-prints.de/farbmanagement/ ... sword_list[]=adobe

Hilfreich fand ich den Artikel über Praktisches Farbmanagement.

Tim
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Beitragvon Reinold » 8. Apr 2009, 16:15

Hallo Tim,
den Monitor sollte man mit dem grösstmöglichen Farbraum kalibrieren,
ansonsten siehst du gar nicht alle Farben die deine Kamera bringen kann.
Um dann Bilder für Web. oder für Fotoprint oder evt für Repros in CMYK zu verwenden,
kannst dein (bearbeitetes) Bild in das gewünschte Profil konvertieren. Manchmal wird man dann
natürlich enttäuscht, weil das neue Profil dem Bild einiges an Farben weg nimmt.
Aber wenigstens hast du für alle Fälle dein Originalbild in der bestmöglichen Variante
immer noch für dich.
Gruss reinold

PS: Wir kalibrieren unser Monitore mit eye one display2
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Beitragvon Tim Feddern » 10. Apr 2009, 11:41

Hier gibts etwas konkreteres, ich stellte vor Kurzem eine ähnliche Frage im DSLR-Forum:
http://www.best-lite.de/Mac_Life_Farbma ... _1__1_.pdf
Gelesen habe ich den Artikel noch nicht.

Grüße
Tim
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Beitragvon Mondstrahl » 22. Apr 2009, 11:15

Hallo Tim,

möchte Reinhold beipflichten.
Man sollte für Camera und Bearbeitung,sowie Monitor immer den größtmöglichen Farbraum wählen um die Farben möglichst auch in der Datei zu erhalten.
Laut Empfehlung eines Seminarleiters der Fa. Gretag mac Beth ist der größtmögliche Farbraum ja mit den umfassendsten Dateimengen ausgestattet und bietet im Nachhinein die bestmöglichen Informationen.
Der s-RGB Farbraum hat bei weitem nicht so viele und differenzierte Farbtöne zur Verfügung.Deshalb die Empfehlung auch bei der Camera und PS den größten Farbraum zu wählen.
Wenn man im Vorfeld schon im s-RGB Farbraum arbeitet fehlen schon Informationen.
Bei der Konvertierung in das Webformat wird in den s-RGB Farbraum umgewandelt,was evtl. zu Verlusten führen kann.
Ich arbeite seitens Camera und PS erst mal im Adobe RGB Farbraum und habe bisher bei der Konvertierung in den s-RGB visuell keine nennenswerten Farbverluste feststellen können.
Probiere es einfach mal aus.
Kalibrierung nehme ich mit dem ey one Display 2 vor und bin auch mit dem Handling sehr zufrieden.
Der Kalibrierungsvorgang dauert etwa 5 min.

VG Roland
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Beitragvon Ralph Budke » 22. Apr 2009, 11:35

Hier mal ein kleiner Auszug:

AdobeRGB - Vorteil durch größeren Farbraum?

Die Frage, ob man an der Kamera standardmäßig sRGB oder AdobeRGB als Ausgabefarbraum
einstellen solle, gehört zu den heiß diskutierten in den Fotografie-Foren. Jede digitale Spiegelreflex
und auch so manche bessere Kompaktkamera bietet diese Auswahl. Die zugehörige Bedienungsanleitung
macht meist nur Angaben von der Art "Wählen Sie AdobeRGB, wenn Sie Ihre Bilder später noch
nachbearbeiten werden". Na toll. Mit solchen Tips kann der Anfänger nun wirklich nichts anfangen.


Das Internet und Fachbücher sind voll von gutgemeinten Ratschlägen - oft zugunsten von AdobeRGB. Die
Rede ist dann vom "größeren Farbraum" und davon, daß man den Farbraum "nicht durch sRGB beschneiden"
solle. Anhand von grafischen Darstellungen der Farbräume wird dieser Unterschied auch eindrucksvoll
belegt; dabei dürften nur die wenigsten Anfänger eine Vorstellung haben, was ein Farbraum eigentlich ist
und wie er sich auf dem Foto in der Praxis bemerkbar macht.
Zahlreiche Anfänger folgen dieser Empfehlung und nutzen AdobeRGB. Das Ergebnis sind neue Probleme.
"Warum sehen meine Bilder in Photoshop sehr gut aus, sind aber im Internet-Explorer viel blasser?" -
"Warum haben die Bilder nach dem Ausbelichten einen Farbstich?" - Tja, Schuld daran hat der falsch
angewendete AdobeRGB-Farbraum. Leider hat der gelobte "größere Farbraum" auch Nachteile, wenn man
seine Funktionsweise nicht versteht und ihn unsachgemäß nutzt.

Nicht zufällig gibt es viele kundige Fotografen (auch Berufsfotografen), die bewußt sRGB einsetzen und für
sich in AdobeRGB eher Nachteile als Vorteile sehen; erst recht raten sie Anfängern, die noch nichts von
Farbmanagement verstehen und mit AdobeRGB nicht korrekt umgehen könnten, zur ausschließlichen
Benutzung von sRGB. In Farbraum-Diskussionen heißt ein häufiger Grundsatz daher: "Wer noch fragen muß,
welcher Farbraum für ihn richtig ist, sollte auf jeden Fall sRGB benutzen."


Am Ende jeder dieser Diskussionen sieht sich der interessierte Einsteiger vor zwei Lagern: Die einen wollen
ihn zu AdobeRGB bekehren und versprechen ihm dadurch bessere Qualität, die anderen bezweifeln diesen
Qualitätsgewinn und warnen vor den Fehlerquellen, die man mit sRGB von vornherein meidet. Die Diskussion
kann religiöse Züge annehmen, und es stellt sich die Frage, welchem Lager man folgen soll.


Für mich ist die optimale Lösung sRGB, da ich meine Fotos im web präsentiere.
Zuletzt geändert von Ralph Budke am 22. Apr 2009, 13:23, insgesamt 1-mal geändert.

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