Beitragvon Marcus R. » 1. Okt 2016, 14:12
Hallo Helmut,
die sichere Bestimmung der Männchen anhand des Juliennschen Organs am Hinterleib ist leider vom Foto nicht möglich. Bleibt also nur der direkte Vergleich vor Ort, wenn beide (bzw. alle drei Arten) zusammen vorkommen. Zumindest dann könnte der Große W. vom Kleinen W. und auch vom Walliser Waldportier (Hipparchia genava) auf Grund des Größenunterschieds "einigermaßen" sicher unterschieden werden. Ansonsten blieben nur unsichere äußere Merkmale, wie die nicht so sehr eingeschnittene/abgeknickte Flügelmittelbinde beim Großen Waldportier. Danach zumindest würde ich Deiner Bestimmung des Falters folgen wollen.
Was die Verhaltensunterschiede angeht: Die von Dir gemachten Beobachtungen kann ich bestätigen, einerseits bei Faltern, andererseits auch bei Sandlaufkäfern. Hinzu kommt noch eine gewisse "Gewöhnung" an den Fotografen, wenn man ihnen längere Zeit mit der Kamera zu Leibe rückt.
Das Bild ist, was die Ausrichtung und damit Schärfe angeht, bestens gelungen. Ist bei dieser Art nicht unbedingt selbstverständlich, so nahe heranzukommen, sondern ein Geduldsspiel, dass Du offensichtlich bestens gemeistert hast. Ist schon ein Erlebnis, wenn man mit einem solchen Bild nach vielen Fehlversuchen belohnt wird. Das Umfeld und die Beleuchtung sind absolut authentisch. Es kommt nur selten vor, dass man die mal wirklich freigestellt oder gar bei sanfterem Licht erwischen kann. Mich freut´s sehr, dass Du das Bild hier zeigst, weil ich die größeren Augenfalter und speziell die Hipparchien sehr mag.
Viele Grüße
Marcus