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RicardaW
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Beitragvon RicardaW » 30. Jul 2012, 00:34

Hallo, Ihr Lieben!

Ich brauche mal Eure Hilfe bei einem Bild.
Immer wieder mal croppe ich ja Aufnahmen sehr stark, weil sie mir dann besser gefallen. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die 18MPixel der 7d da einiges zulassen.

Ich zeige euch jetzt einen starken Crop einer Schwebse in meinem Garten - daher die bunte Blume ;-). Das Original kann ich gerne nach liefern :-)
Für den Crop bin ich wirklich angemacht worden, ob der Qualität und der Schärfe auf den Augen, allerdings nur von einer Person.
Ich selber sehe das Problem nicht... Dennoch hat mich diese Meinung sehr verunsichert, grade weil ich den Eindruck hab, die Qualität stimmt und die Schärfe sitzt auf den Augen.

Ich finde das Bild allerdings grundsätzlich nicht optimal, weil die Schwebse sich so nach hinten aus der Schärfeeben dreht.

Da ich hier allerdings schon festgestellt habe, dass ich grade an den nicht perfekten Bildern, sei es von mir oder anderen, am meisten lerne, möchte ich es gerne zur Diskussion stellen.

Ich hoffe, das ist ok und Ihr spart nicht mit Kritik.
Da Kritik hier immer positiv und konstruktiv ist, bin ich schon wirklich gespannt, was Ihr zu dem Bild, sagen werdet.


Lieben Dank schon mal im Vorraus!

Mit lieben Grüßen,

Ricarda!
Dateianhänge
Kamera: Canon EOS 7d
Objektiv: 100mm 2,8
Belichtungszeit:1/320
Blende:5,6
ISO: 200
Beleuchtung:von bewölkt auf einmal sonnig
Aufnahmedateiformat RAW
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe): 80%
Stativ:/
---------
Aufnahmedatum:22-07.2012
Region/Ort:Niedersachsen
Lebensraum:Beet im Garten
Artenname:Schwebefliege
kNB
sonstiges:.- 3 Schritte Blichtung
22.07.2012-20.TOP.jpg (493.91 KiB) 723 mal betrachtet
22.07.2012-20.TOP.jpg
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wolfdegen
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Beitragvon wolfdegen » 30. Jul 2012, 07:56

Hallo Beatrice,

ja es stimmt, man kann bei einer so hohen Auflösung schon stark ausschneiden, aber ich bevorzuge Bilder, die bereits beim Aufnehmen in einem großen ABM gefertigt werden. Sonst lieber den kleineren ABM in Kauf nehmen. Ob das Motiv scharf geworden ist, sieht man auch so und manchmal gewinnen die Bilder dann noch durch entsprechende HG-Gestaltung.
Es wäre schön, wenn Du die Originalgröße mal dazu stellst, dann kann man das Ergebnis noch besser beurteilen.
An diesem Ausschnitt stört mich zum Einen das quadrarische Format und zum Anderen sind wegen des harten Lichtes doch einige Details überstrahlt. Abschatten hätte hier diese Überstrahlungen vermieden.
Die Aufnahmeperspektive der Schwebfliege kann man m.E. schon so wählen, die Hauptsache ist dann, daß der Focus exakt auf dem Auge sitzt und der Schärfekoridor vielleicht entlang der vorderen Flügelkante verläuft.
Für meinen Geschmack würde ich auch auf eine so markante Darstellung des Wasserzeichens verzichten.
Freundliche Grüße
Wolfgang
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Beitragvon SaW81 » 30. Jul 2012, 09:38

Hallo Beatrice,

da Hauptproblem bei dem Bild ist in meinen Augen dass viel zu harte Licht. Die Aufnahme wurde scheinabr in der direkten Sonne gemacht was sehr zu lasten der Details geht. Ansonsten glaube ich dass der Fokus richtig sitzt. Auch ist die Qualität ist für so eine starken Crop (wirklich 80?) noch sehr ansehlich.
Ich bevorzuge allerdings auch von vorne herein in einem größeren ABM zu fotografieren, was aber gerade bei aktiven Tieren nicht immer so einfach ist.

VG Sascha
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Beitragvon segeiko » 30. Jul 2012, 15:27

Hallo Ricarda,

Für mich heisst Fotografieren auch möglichst vor Ort alles so einzustellen, auszurichten, abzuschatten etc.
dass ich dann im nachhinein nicht mehr gross EBV-mässig aktiv werden muss (ausser vielleicht
entrauschen und Schärfe nachregeln). Sicher ist die Quali Deines 80% Crops nicht schlecht, aber mir
scheint die Szene einfach zu sehr aus seinem Kontext herausgelöst zu sein, so dass sie für mich irgendwie nicht
mehr so stimmig ist. Ich verstehe, dass Du hauptsächlich die Schwebfliege als Akteur zeigen möchtest, aber die
Blüte gehört halt auch dazu und so wie sie angeschnitten ist, wirkt sie "amputiert".
Das Licht ist auch für mein Empfinden sehr hart und ein Abschatten wäre da sicher eine optimalere
Lösung. Ich wäre auch interessiert an der Originalaufnahme, um einen vergleich zu haben.
Aber alles in allem sitzt die Schärfe bei Deiner Aufnahme sehr schön auf Blüte und grosse Teile der Schwebse.


Lieben Gruss
Beatrice
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Beitragvon Christian Zieg » 30. Jul 2012, 15:49

Hallo Ricarda,

wer Dich hierfür "anmacht", übertreibt eindeutig.
Also, um Deine Frage nach Qualität und Schärfe auf dem Auge zu beantworten: Was hier halt auffällt ist der Verlust an Detail. Diese Camera und dieses Objektiv sollten bei Blende 5,6 schon mehr Details zeigen bei exakter Fokusierung. Und ich denke, Du hast exakt scharf gestellt. Also ist der Crop wohl Schuld am Verlust der Details. Aber "anmachen muss man Dich da nicht. Man sollte ja auch bedenken, dass bei Verkleinerungen für das Web nochmal ein Qualitätsverlust aufkommen kann. Bei nem Ausdruck, der nicht über DIN A4 herausgeht, sollte man da kaum ein Problem sehen.
Manchmal glaube ich, dass Haare und Kümmel schnell gespalten sind. Ich finde das Bild akzeptabel, auch wenn es besser sein könnte bei weniger Beschnitt und näherem Herangehen vor Ort.

Gruß, Christian
Zuletzt geändert von Christian Zieg am 30. Jul 2012, 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
Ihr findet meine Fine-Art Bilder bei einem zu einem "sozialen Netzwerk" gehörigen Bilder-Netzwerk, mit meinem Namen, der meinem Usernamen hier entspricht, nachdem ein Punkt kommt und dann das Wort "fineart"

Schaut mal rein auf die Webseite des Fotoclubs meiner Heimat im Odenwald. www.fotoclub-reichelsheim.de

Die Möglichkeiten der deutschen Grammatik können einen, wenn man sich darauf, was man ruhig, wenn man möchte, sollte, einlässt, überraschen
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Makrotom
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Beitragvon Makrotom » 30. Jul 2012, 15:51

Hallo Ricarda,

es gibt puristische aber auch hochklassige Fotografen, die grundsätzlich Crops (und sogar auch schon das Zuschneiden von Bildern) ablehnen, da sie wie Beatrice schon sagte, die Arbeit vor Ort möglichst abschließen wollen und lediglich Details und Feinabstimmungen noch per EBV vornehmen.
Ein Crop ist dann möglicherweise akzeptabel, wenn man eine in sich abgeschlossene "Mikroszene" aus einem grossen Ganzen herauslösen möchte, er sollte aber ncht nur eine blosse Lupenfunktion haben. Hierzu gibt es spezielle Lupenobjektive zB von Canon das MP-E-65. Der Fotograf Maasian (hier im Forum) erzielt damit erstaunliche Ergebnisse.
Crops sind aus einer Vielzahl von Gründen nachteilig und für das geübte Auge schnell erkennbar:

- sie rauschen stärker
- es fehlen oft wichtige Details
- Mikrostrukturen verschwinden (wie die Facetten Deiner Schwebefliege oder deren gelbe Hinterleibsseite)

Ansonsten hat Beatrice auf die wichtigen Punkte bzgl. Deiner Aufnahme hingewiesen. Vor allem das harte Licht ist ein gefährlicher Gegner für Detailreichtum, was ich oft schon "bitter bezahlt" habe. Reflektoren und Diffusoren sind daher meine ständigen Begeliter auf Fototouren. Auch ein weißer Regenschirm ist für den anfang nicht schlecht.

LG

Thomas
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runbike
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Beitragvon runbike » 30. Jul 2012, 16:28

Hallo Ricarda,

mich würde das Original interessieren, ein kleinerer ABM würde meiner ansicht hier besser sein, alles andere licht, Verlust der Details...wurde ja schon gesagt.

lg Karl
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RicardaW
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Beitragvon RicardaW » 30. Jul 2012, 19:04

Hallo!

Zunächst einmal vielen, vielen lieben Dank für Eure detaillierten Antworten!!!

Entschuldigt bitte, dass ich erst jetzt dazu komme, die Originalgröße einzustellen.
Die übrig Bearbeitung ist gleich.

Ich nöchte noch kurz betonen, dass ich dieses Bild weder von seiner Machart noch vom Ausschnitt für wirklich gelungen halte. Aber für FB als Sonntagsgrüße fand ich es ok. Ich hätte nie gedacht, dass es dort so eine heftige Reaktion hervorrufen könnte.

Ich bin allerdings nicht unglücklich, dass es so gelaufen ist, ist mir doch anhand Eurer Besprechung sehr vieles, von dem mir bislang nur schwante, klar geworden.

Ich gestehe, dass ich mit einem Punkt wirklich hadere: Die Sonne und die harten Kontraste. Ich fürchte , noch gefallen sie mir einfach zu gut. Ich werde an meinem Blick arbeiten!


Hier erst mal das Bild in Originalgröße.


Euch einen schönen Abend!


Mit lieben Grüßen,

Ricarda!
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Kamera:
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Belichtungszeit:
Blende:
ISO:
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG)
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):
Stativ:
---------
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Lebensraum:
Artenname:
kNB
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22.07.2012-22.TOP M.jpg (443.87 KiB) 538 mal betrachtet
22.07.2012-22.TOP M.jpg
gast 22
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Beitragvon gast 22 » 30. Jul 2012, 19:15

Hallo Ricarda,
ich denke in erster Linie magst Du diese intensiven Farben. Aber auch die kann man manchmal durch den natürlichen HG zaubern. Zartgrüne Blätter die vom Sonnenlicht angestrahlt werden bilden einen ganz tollen gelblich grünen HG und bringen Licht ins Bild.
Ansonsten einfach verschiedene Perspektiven ausprobieren. Manchmal ist die Sonne nicht von jedem Winkel aus so aggressiv wie hier auf dem Auge.
Und was diesen Querolanten angeht! Manchmal hat jemand auch nur einfach einen schlechten Tag und der Erstbeste bekommt dann die volle Breitseite ab.
Aber wie dem auch sei; für Dich ist wichtig dass Du mit der Zeit lernst Deinen ganz eigenen Weg in der Fotografie zu finden. Und wenn es Bilder mit natürlichem Licht sind (mag ich übrigens auch) dann wirst Du mit der Zeit immer besser lernen auch mit schwierigen Lichtverhältnissen klarzukommen.
Hilfestellung wirst Du hier auf jeden Fall genug finden und das ganz ohne Vorwürfe!
Lg Moni
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daseff
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Beitragvon daseff » 30. Jul 2012, 19:21

Hallo Ricarda,

wo bist du denn für dieses Bild angemacht worden? Hier im Forum
nicht, oder?

Ausschnittsvergrößerungen kann man natürlich machen, wie man
es möchte. Ich gehöre aber auch zu denen, die das ungern machen.
Warum?

Man kauft sich eine Kamera für einige 100 oder gar 1000€, die eine
tolle Bildqualität liefert. Klar, man kann nun sagen: Ok, die Pixel geben
das her, also schneide ich nachher einfach mein Bild so zurecht, wie ich
es mag.
Ich gehen aber von einer anderen Seite ran: Ich habe diese Menge
Pixel und die möchte ich auch ausnutzen. Und zwar so, dass ich eben
nicht alles drumherum wegschneide, sondern die effektiven Pixel ausnutze.

Bei Stativaufnahmen beschneide ich in der Regel nix oder nur minimal,
bei Freihandaufnahmen darf es auch schon mal 20-30% der Bildkanten
sein.

Zu deinem Bild:
Die Qualität finde ich in Ordnung, auch für den großen Ausschnitt.
Weniger gefällt mir das harte Licht.
Ich sehe das zu 100% anders als Peter: Es sind eben kaum noch
wirkliche Details und Mikrostrukturen zu sehen, da bin ich ganz
bei Thomas. Es wirkt zwar scharf durch die harten Kontraste, aber
z.B. die Facettenaugen sind eben nicht aufgelöst, da sie von dem
heftigen Reflex her den Dynamikumfang der Kamera "sprengen.

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