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Neueinsteiger ins Forum präsentieren hier ihre Bilder. Anfänger in der Makrofotografie erhalten Tipps zur Verbesserung ihrer Fotos.
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Beitragvon nob300 » 19. Mai 2022, 08:15

Vielen Dank für die schönen Willkommensgrüße. Auch bin ich sehr froh, dass es hier Kritiken und Anregungen gibt. Davon lebt doch nicht nur das MF.

Obwohl ich im Vergleich nur wenige gestapelte Aufnahmen habe, hier noch eine mit nur "wenigen" 54 Einzelbildern. Das lässt sich viel leichter putzen in Helicon Focus Pro oder man muss überhaupt nicht putzen. Bis auf die nachträglich hinzugefügte Unschärfe, ist hier alles original, auch der Hintergrund ist in der Farbgebung so aufgenommen. Die Unschärfe habe ich hinzugefügt, da mir der Gesamteindruck in seiner Verschwommenheit um den scharf abgebildeten Schmetterling einfach besser gefällt hier, als wenn das gesamte Bild scharf wäre.

Möglicherweise ist das nur Intuition, aber ich versuche mehr die Fotografie als die Retusche zu verbessern. Beides ist klasse, aber bei mir scheint das jetzt schon länger anzuhalten. Daher bin ich so dankbar, wenn irgendwo ein superschönes Bild auftaucht mit herrlichem, hellen Hintergrund z. B., dunkel ist auch schön, aber eben mit dem Hinweis, ob das über die Aufnahme, Fotografie, oder die Retusche oder Bearbeitung entstanden ist. Manchmal fragst du Dich doch, wir bringt sie oder er dieses schöne, helle Bokeh mit diesem Objektiv hinter eine Pflanze, die nur im tiefsten Halbschatten wächst.
Dateianhänge
Kamera: E-M1MarkII
Objektiv: OLYMPUS M.60mm F2.8 Macro @ 60mm
Belichtungszeit: 1/160s
Blende: f/2.8
ISO: 64
Beleuchtung: Morgenlicht, Sonnenaufgang
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): JPG
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe):--
Stativ: Manfrotto Beefree
Infos zu Multishot-Techniken (z.B. Stack, HDR, Stitch): Stack, 54 Aufnahmen
---------
Aufnahmedatum: 07.07.2020
Region/Ort: Coburg Land
vorgefundener Lebensraum: Berghang, Muschelkalk
Artenname: Melanargia galathea
kNB
sonstiges:
2020-07-00105.jpg (291.23 KiB) 419 mal betrachtet
2020-07-00105.jpg
LG.Norbert
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Beitragvon piper » 19. Mai 2022, 10:25

Hallo Norbert,

Ja, auch ich versuche vor Ort schon alles möglichst perfekt zu machen,. Retusche ist nicht meine Spezialität. Wobei man beim Stacken nicht drumherum kommt. Was Farben und Licht angeht, gehe ich früh oder abends. Da ist beides am Besten. Ich suche auch gezielt Motive mit schönem HG.
Drin Bild gefällt mir sehr gut. Für mich hast du alles richtig gemacht.
Liebe Grüße Ute

Die Freude am Kleinen ist die schwierigste Freude, denn es gehört ein großes Herz dazu.
Rainer Maria Rilke
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Beitragvon Freddie » 19. Mai 2022, 10:25

nob300 hat geschrieben:Die Unschärfe habe ich hinzugefügt, da mir der Gesamteindruck in seiner Verschwommenheit
um den scharf abgebildeten Schmetterling einfach besser gefällt hier, als wenn das gesamte Bild scharf wäre.


Hallo Norbert,

das ist grundsätzlich ein gutes Gestaltungsmittel, aber dann sollte
der Übergang von scharf zu unscharf noch etwas stimmiger wirken.
Hier gibt es noch ein paar Bereiche, wo das nicht so gut geklappt hat.
(Besonders im oberen Bereich der Blüte.)
Diesen Effekt hätte man hier vielleicht ohne Stack einfacher haben können.
Ansonsten war diese Methode schon richtig und ist sicher eine Aufwertung für das schöne Bild.
Meine Kritiken spiegeln nur meine persönliche Ansicht wider.
Sie sollen helfen, sind aber völlig unverbindlich und keinesfalls böse gemeint.
Alle hier von mir gezeigten Bilder dürfen ungefragt für die Artengalerie verwendet werden.
Liebe Grüße und allzeit Gut Licht, Friedhelm.

Hier könnt Ihr meine Homepage besuchen: http://freddies-makro-blog.blogspot.de/
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Beitragvon Plantina » 19. Mai 2022, 12:30

Hallo Norbert,

Du kannst Dir sicher denken, dass mir die Unschärfen im Bild auch sehr gut gefallen...
Ich war überrascht, dass Du gestackt hast.

Ich zeichne den HG meistens nur an bestimmten Stellen weich, um unliebsame TWAs nach zuvor noch leichter selektiver Aufhellung und gezieltem Pixel-setzen zu entfernen (so hatte es mir Stefanie Pappon, die u.a. für Verlage professionell Bilder bearbeitet, einmal empfohlen und ich fand, das war das beste Rezept), ansonsten verursache ich Unschärfen im Bokeh lieber mit Offenblende... wenn mir die Tiefenschärfe nicht ausreicht und das Drumherum es zulässt, nehme ich dann einen kleinen ABM und trete ein paar Schritte zurück.

Weniger Arbeit hat man ja immer, wenn man das meiste vor Ort bewerkstelligt (da der automatische WB in den Lumixen mit Einstellung Sonne, Wolken etc. nie so ganz die Verhältnisse vor Ort wieder gibt, habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, ihn mit Papier vor Ort vorzunehmen. Wie es geht, steht ja in den Bedienungsanleitungen unter "manuell Weißabgleich einstellen" drin. Ich habe festgestellt, dass TWAs häufig passieren, wenn per EBV der WB verändert wird oder TW bearbeitet werden, Kontraste und Klarheit angehoben werden). Kontraste auf dem Motiv erzeuge ich deswegen, wenn es die Gegebenheiten zulassen, mit Reflektoren vor Ort, falls die Schattenbilder zu flau werden. Bei Sonnenschein verwende ich Polfilter, um Überstrahlungen zu vermeiden, oder ich schatte die Pflanze ab, um eine ausgewogene Belichtung zu bekommen.

Zu Deiner Frage, wie man helles Bokeh und Pastelltöne bei Pflanzen erzeugt, die im Schatten wachsen:
Wenn man Pflanzen im Schatten abbildet und die Lichtverhältnisse vor Ort ausgewogen sind (z.B. durch Abschattung oder Wahl des Ortes im Schatten), erzeugt man auch bei im Schatten wachsenden Pflanzen ein helles Bokeh erstens durch das Licht am Morgen und Abend für die Farben und durch Zugabe an Belichtungswerten (je nach Modell: Plus-minus-Taste betätigen oder Stellrad von -3 bis +3) und absichtliche Überbelichtung (Exposure to the Right = ETTR, weil das Histogramm nach rechts verschoben ist). Man kann dann bei der Bildbearbeitung Belichtungswerte zurück nehmen und das wirkt sogar dem Rauschen entgegen.

Zu dem Thema, wieviel Belichtungswerte man hinzufügen kann, muss man das an seiner Kamera ausprobieren, weil die Sensoren dafür unterschiedlich empfindlich sind. Jean (ji-em) hatte mir dazu mal empfohlen mir absichtlich ein Motiv zu suchen, bei dem ich 3/4 helle Anteile und 1/4 dunkle Anteile im Bild habe und dann eine Reihe an Bildern zu machen von -3 bis +3 Belichtungszugaben in allen Abstufungen. Danach dann per EBV das Bild wieder "richtig belichten".
Dann ein gleiches Motiv, wo Du 3/4 Dunkel und 1/4 Hellanteile hast.
Dabei hatte ich dann gesehen, dass im letzten Versuch ETTR schneller an seine Grenzen gestoßen ist, weil überbelichtete Bereiche so stark überstrahlt sind, dass es auch bei EBV Nachbearbeitung überstrahlt war und das nicht mehr zu korrigieren war.

Also Fazit: bei einigermaßen ausgewogenen Lichtverhältnissen (abgeschattete Motive, nicht allzu helle HG) ist ETTR möglich. Es vermindert Rauschen (denn das Anheben von Tiefen verursacht Rauschen in der Bildbearbeitung) und erzeugt ein helles Bokeh, wenn man das Histogramm ein wenig weiter nach rechts verschoben belässt und per EBV nicht zu stark abdunkelt.
Nicht bei jeder Kamera führen gleiche Belichtungswerte zum Ziel (bei manchen gibt es unkorrigierbare Überstrahlungen viel schneller als bei anderen Kameras), weswegen ich den Versuch 3/4 hell, 1/4 Dunkleanteile und umgekehrt bei Neukauf einer jeden Kamera mache. Selbst die Lumix G81 unterscheidet sich von der Lumix G9 oder der Oly EM10 MIII... und die Eos Spiegelreflexe verhielten sich wieder anders.

Insofern ist es ratsam, sich die Lichtverhältnisse vor Ort anzusehen. Pralle Sonne führt zu Überbelichtung und Du hast wenig Spielraum mit ETTR - wenn es nicht anders geht, Polfilter verwenden!

ETTR führt jedoch zu kontrastarmen Bildern, so dass man bei der Nachbearbeitung darauf schauen sollte. Bei "Altglas" (manuelle Objektive aus Analog-Zeiten), das ohnehin zu Kontrast-armen Bildern führt, wende ich ETTR nur ungerne an.

Alles, was ich hier schreibe, gilt für nicht gestackte Bilder!

Beim Stacken hatte Jean mal einiges geschrieben, wegen der Lichtverhältnisse... und dass sich dort durch die vielen Bilderstapel helle oder dunkle Lichtverhältnisse verstärken.
In einem dieser Links, in dem er seine Stacking-Erfarungen teilt, steht dazu etwas drin. Sie sind alle sehr lesenswert.
viewtopic.php?f=4&t=149022
viewtopic.php?f=4&t=148789
viewtopic.php?f=4&t=148648
viewtopic.php?f=4&t=148637
viewtopic.php?f=4&t=148660
viewtopic.php?f=4&t=148593
viewtopic.php?f=4&t=148518
viewtopic.php?f=4&t=148401
viewtopic.php?f=4&t=148358
viewtopic.php?f=4&t=148321
viewtopic.php?f=4&t=148260

Viele liebe Grüße
Ina
Zuletzt geändert von Plantina am 19. Mai 2022, 13:17, insgesamt 8-mal geändert.
Viele Grüße
Ina
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Beitragvon Harmonie » 19. Mai 2022, 13:11

Hallo Dieter,

das ist sowohl vom Licht als auch von der Gestaltung und des
HG her ein schönes Bild geworden.

LG
Christine
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An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an all die User, die meinen Bildern
Beachtung, Aufmerksamkeit und Kommentare schenken.
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Beitragvon bachprinz1 » 19. Mai 2022, 15:31

Hallo Norbert, für mich ein gelungenes Bild. Die HG-Farben betonen das fast monoschrome Motiv sehr schön. Die Idee mit der Unschärfe finde ich gut und auch gelungen. Auf der Blüte hat's ein paar Überstrahlungen - nix Dramatisches. Gefällt mir insgesamt gut
immer gut Licht und wenig Wind ...

Dieter
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Beitragvon nob300 » 19. Mai 2022, 20:06

So wertvolle Hinweise. Vielen Dank. Heute aus dem Leutratal bei Jena zurück. Alles nur trocken... Eine schöne Orchidee. Ina hat sich besonders viel Arbeit gemacht. Das gehe ich morgen auf jeden Fall genauer durch. Ute hat so schöne Worte und Hinweise. Ich bin eigentlich mehr der Typ, der ästhetisch versucht, an die ganze Fotografie heranzugehen. Das Bild ist ja scharf , nur ich habe in dem Hinzufügen der Unschärfe nicht gänzlich den einzelnen Geschmack getroffen. Freddie hat absolut recht. Sobald du etwas bearbeitest gibt es so viele Aspekte, dass man seinen Frieden "verlieren" könnte. Aber mir gefallen solche Hinweise sehr. Christine und Dieter mit ihren schönen Worten, allerbesten Dank.
LG.Norbert
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Beitragvon nob300 » 20. Mai 2022, 05:42

Plantina hat geschrieben:Quelltext des Beitrags Beim


Guten Morgen Ina,

diese Beiträge von Jean sind ein exzellenter Verweis von Dir. Neben Lichtverhältnissen, Hinweise zum Gestalterischen des Hintergrundes wie hier „ Hintergrund mit an Pflanzenklammer aufgehängte Laubblätter "gefärbt" ...“ Das sieht spitze aus (19. Nov 2018, 09:37), ist künstlerisch gestaltet mit dem Hinweis auf den Schaffungsprozess. Mir fällt kein besseres Wort ein. Ich persönlich benötige zur Aufarbeitung hier und zu anderen von Dir angesprochenen Aspekten sehr viel länger.
Beim ETTR geht es mir logisch auch so, dass die Kontraste sich verringern können. Was ich ansprach, konnte mit Deinen Verweisen aber sehr schön ausgemacht werden, nämlich Leute, die angeben, wie sie das Bild hergestellt haben, der Entstehungsprozeß des künstlerischen selbst. „Kunst wird durch Herstellung zum wissenschaftlichen Objekt.“ wie ein renomierter Kunsthistoriker, N. Zaske, sinngemäß in einer seiner Lesungen sagte. Was interessiert, ist das Wie. Wie wurde es hergestellt. Logisch kann und wird man nicht plagiieren, aber der eigene Schaffungsprozeß wird sich verändern mit mehr an diesen Informationen.

PS Nochmal ich. Jean macht doch und beschreibt genau das, wonach ich bei den Bildern suche. Er „malt“ nicht nachträglich in das Bild hinein, sondern erzeugt den Hintergrund künstlerisch zwar, aber vor Ort. Das ist ästhetisch und führt aus meiner Sicht, zu viel besseren Ergebnissen. Mein Bild hier hätte ich mit diesen Informationen einfach belassen wie es ist. Das Malerische, hierfür dann eines mit dem Helios 40 oder anderen.
Zuletzt geändert von nob300 am 20. Mai 2022, 06:19, insgesamt 6-mal geändert.
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Beitragvon Plantina » 20. Mai 2022, 10:31

nob300 hat geschrieben:Quelltext des Beitrags
Plantina hat geschrieben:Quelltext des Beitrags Beim


Guten Morgen Ina,

Ich persönlich benötige zur Aufarbeitung hier und zu anderen von Dir angesprochenen Aspekten sehr viel länger...



Hallo Norbert,

hier wirst Du sicher immer Antworten bekommen, wenn Du fragst.
Und viele schreiben auch über ihren Schaffungsprozess.

Empfehlenswert sind auch die Tutorials hier im technischen Forum.
Die habe ich auch noch nicht alle fertig gelesen.

Mit dem Stacken habe ich noch nicht einmal begonnen, obwohl ich hier auch viele tolle Tipps dazu finde und die Technik auch sehr gute Resultate liefert. Sie ist auch in der Landschaftsfotografie mit scharfem Vorder- Mittel und Hintergrund interessant.

Jede Technik braucht ihre Zeit.

LG Ina
Viele Grüße
Ina
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Beitragvon Gabi Buschmann » 20. Mai 2022, 14:59

Hallo, Norbert,

einen Stack hätte ich hier nicht vermutet, da du sehr gekonnt
den Schärfeverlauf eingefügt hast.
Für mich wäre aber hier das Mehr an Mühe, die so ein Stack
macht, gar nicht nötig gewesen, denn mit einer guten
Kameraausrichtung hättest du mit einem Einzelbild ein
ähnliches Ergebnis erzielen können.
Dein Bild gefällt mir auf jeden Fall vom Licht und den
Farben her sehr gut, die Schärfe stimmt und
ABM und Bildkomposition finde ich ebenfalls sehr ge-
lungen.
Liebe Grüße Gabi

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